23.01.2014 08:01
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Eier-Preissenkung torpediert Tierschutz
Als nicht akzeptabel hat die Geflügelwirtschaft im deutschen Bundesland Niedersachsen (NGW) die jüngste Preissenkung für Eier im Discountbereich bezeichnet und darauf hingewiesen, dass dies auch den Bemühungen um mehr Tierschutz zuwiderlaufe.

„Die Preise für Eier aus Bodenhaltung haben einen neuen Tiefstand erreicht. Der von den grossen Discountketten initiierte Preiskampf mit Preissenkungen um 23 % ruiniert eine ganze Branche“, kritisierte der niedersächsische NGW-Vorsitzende Friedrich-Otto Ripke in einer Pressemitteilung des Verbandes von vergangener Mittwoch Woche.

Völlig falsches Signal

Der Preisdruck werde direkt von den Handelsketten bis zum Legehennenhalter durchgereicht, so dass die Eierproduzenten keine kostendeckenden Preise mehr erzielten. Der NGW-Landesverband spreche sich deshalb entschieden gegen das derzeitige „Verramschen“ von Grundnahrungsmitteln im Discountbereich aus, zumal die deutschen Eier mit einem Selbstversorgungsgrad von knapp 70% nicht einmal den Eigenbedarf in Deutschland deckten.

Der Handel stehe in der Verantwortung, den Wert der hochwertigen Lebensmittel auch über kostendeckende Preise für die Produzenten zu honorieren. „Gerade in einer Phase der Weiterentwicklung des Tierschutzes im Bereich der Legehennenhaltung ist dieses Vorgehen der Discounter das völlig falsche Signal. Die übrigen Lebensmittelketten sollten hier ein Zeichen für Eier aus heimischer Erzeugung setzen und den irreführenden Preiskampf nicht mitmachen“, betonte Ripke.

Bessere Kennzeichnung

Er wies darauf hin, dass auf die niedersächsischen Legehennenhalter über den Tierschutzplan neue Herausforderungen zukämen, beispielsweise der Verzicht des Kürzens der Schnabelspitzen, was mit erheblichen Mehraufwendungen für die Tierhalter verbunden sei. „Die höheren Anforderungen an die Haltungsbedingungen in der Praxis lassen sich nur über kostendeckende Produzentenpreise umsetzen. Ansonsten ist der Tierschutz zum Scheitern verurteilt“, stellte Ripke klar.

Nach seinen Angaben hat Deutschland bereits weltweit mit die höchsten Standards in der Legehennenhaltung. Um die Nutzung von Eiern aus der hier verbotenen konventionellen Käfighaltung aus benachbarten EU-Ländern und dem Baltikum in der industriellen Verarbeitung einzuschränken, sei eine eindeutige Kennzeichnung solcher Produkte nötig.

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