13.02.2017 18:29
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
10 Rinder auf der Flucht
In der Nähe von München haben Anfang Februar über 40 Rinder das Weite gesucht. Unbekannte haben vermutlich das Gitter beim Stall geöffnet. Noch immer sind 10 Tiere auf der Flucht.

Die Familie Führer bewirtschaftet in Gauting, rund 20 Kilometer südwestlich von München, ein Betrieb mit 300 Kühen und Jungvieh. In der Nacht zum 2. Februar sind aber rund 40 Rinder aus den Stallungen entwichen.

Stall wurde absichtlich geöffnet

Dass die Tiere sich selber befreit haben könnten, glaubt Landwirtin Alexandra Führer nicht: «Der Stall ist mit zwei Ketten gesichert. Gut möglich, dass sich jemand herumgetrieben hat und die Tiere rausgelassen hat», sagt sie gegenüber merkur.de. Ein weiteres Indiz dafür: Der Hofhund hat in der Nacht aus zweimal angeschlagen.

Am Donnerstagmorgen wurde dann eine grosse Suchaktion eingeleitet. Neben der Bauernfamilie und den Helfern war auch die Polizei an der Suche beteiligt. 27 Tiere konnten binnen 24 Stunden wieder eingefangen werden. Doch 15 Jungtiere blieben anschliessend eine Woche lang verschwunden.

Vier Tiere betäubt

Die Bäuerin sorgte sich nicht nur um Tiere, sondern auch um die Gesundheit von den Autofahrern. «Die sechs bis acht Monate alten Tiere wiegen bis zu 300 Kilogramm. Für Autos ist das eine echte Gefahr», erklärt sie. Vergangenen Freitagmorgen kehrte ein Rind freiwillig zurück. Und am Freitagnachmittag wurden vier weitere Tier entdeckt. Mit einem Blasrohr konnten in der Nähe des Hofes zwei Tiere betäubt werden. Zwei weitere Tiere wurden auf einem Rübenfeld ruhiggestellt und zurück zum Hof geführt, wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtet.

Von 10 Tieren fehlt aber weiterhin jede Spur. Die Bauernfamilie ist vier Suchtrupps unterwegs. «Wir machen kaum ein Auge zu», erzählt Alexandra Führer gegenüber der «Süddeutschen Zeitung». Nebst der Gefahr für die Autofahrer wäre der Verlust der Rinder auch ein finanzieller Verlust. Jedes hat einen Marktwert von etwa 1000 Euro (1080 Franken). Mit einem Plan sollen nun die Ausreisser gestellt werden.

Mutterkuh soll Jungtiere anlocken

Im Wald soll ein Gehege errichtet werden, das an einer Seite offen ist. In dem Gehege sollen neben Futter auch eine Mutterkuh und ein Kalb untergebracht werden. Nach einiger Zeit sollen die beiden getrennt werden, so dass die Mutterkuh nach dem Kälbchen rufen muss.

Durch die Rufe sollen die flüchtigen Jungrinder angelockt werden. Sollten die Tiere zum Gehege kommen, könnten sie aus einer Entfernung von rund 20 Metern mit dem Blasrohr betäubt und zurück zum Stall gebracht werden. 

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