11.12.2017 15:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
WTO
Holzstreit kommt vor die WTO
Die kanadische Regierung hat einen Schlichtungsprozess vor der Welthandelsorganisation (WTO) in Gang gesetzt, um gegen Antidumping- und Ausgleichszölle auf Nadelschnittholz in den USA vorzugehen.

Das US-Handelsministerium hatte Anfang November entschieden, die Zölle „zum Schutz der amerikanischen Arbeiter und Unternehmen vor unfairen Handelspraktiken“ für kanadische Exporteure von 3,2% auf 8,9% zu erhöhen. In einer Stellungnahme wurde den Kanadiern ausserdem eine „ungerechte Subventionierung“ der Holzhersteller vorgeworfen.

Den Importwert der Nadelschnittholzimporte aus Kanada im Jahr 2016 schätzte das Ministerium auf 5,66 Mrd. USD (5.61 Mrd. Fr.). Im Gegenzug kündigte die kanadischeRegierung jetzt an, ihre Holzproduzente „mit aller Kraft zu verteidigen“. Vor der WTO soll es jetzt im ersten Schritt Konsultationen zwischen beiden Handelspartnern geben, um zu einer Lösung zu kommen. Sollte das nicht der Fall sein und stattdessen ein Rechtsstreit in Gang kommen, wird sich dieser nach Einschätzung internationaler Beobachterwahrscheinlich über mehrere Jahre hinziehen.

In der Vergangenheit war der Handel mit Nadelschnittholz schon lange ein Reizthema zwischen den beiden Ländern. Der Konflikt schwelt bereits seit 1982, auch wenn immer wieder Einigungen zwischen Ottawa undWashington erzielt worden sind. Kanadisches Nadelschnittholz spielt in den USA eine wichtige Rolle beim Häuserbau.

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