5.11.2015 09:53
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Weg aus Preismisere gesucht
Nachdem in Österreich die Preiskrise auf dem Milchmarkt bei den letzten Sitzungen des Landwirtschaftsausschusses im Wiener Nationalrat für lebhafte Debatten gesorgt hat, soll sich nun ein Unterausschusses mit der Situation der heimischen Milchbauern befassen.

Ein entsprechender Beschlusswurde von den Mitgliedern des Landwirtschaftsausschusses auf ihrer Sitzung am vergangene Woche einstimmig getroffen. Gegenstand der Beratungen im Unterausschuss sollen vor allem Anträge der Oppositionsparteien sein, die unter anderem die Forderungen nach einer Mengenregulierung bei Milch und einem speziellen Massnahmenprogramm für die Bauern enthalten.

Ein erstes Bild über die aktuelle Lage auf den Agrarmärkten konnte sich der Ausschuss bereits in einem Expertenhearing machen, das den Einstieg für die kommenden Sitzungen des Unterausschusses lieferte. Rede und Antwort stand den Abgeordneten dabei der Sektionschef im Landwirtschaftsministerium, Rupert Lindner, ausserdem Thomas Resl von der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft, die
Agrarökonomin Maria Burgstaller von der Arbeiterkammer, Klaus Salhofer von der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), der Geschäftsführer der Biomolkerei Lembach, Johann Furtmüller, sowie die Landwirte Wilfried Etschmayer und Franz Schachinger.

Die eingeladenen Landwirte betonten, dass sie konkrete Maßnahmen seitens der Agrarpolitik erwarteten. Dies könnten auch Mengenbeschränkungen der Produktion umfassen, um die Preise zu stützen. Der Tenor der Agrarexperten war dazu, dass eine Rückkehr zu einer Quote - in welcher Form auch immer - schwer denkbar sei. Österreichs Agrarproduktion sei über Importe wie Exporte mit dem Weltmarkt zu eng verflochten, als dass nationale Preismassnahmen längerfristig Wirkung zeigen könnten, gab Salhofer zu bedenken.

Jede Preiserhöhung auf diesem Weg würde durch die Marktkräfte raschwieder aufgehoben werden. Lindner hob hervor, dass bäuerliche Familienbetriebe letztlich krisenfester seien als Grossbetriebe. Diese Struktur gelte es für Österreich zu erhalten. Der Strukturwandelwerde sich zwar auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Doch sein Umfang habe sich bereits abgeschwächt.

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