31.05.2015 14:04
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Milchmarkt
Preismisere belastet Tag der Milch
Ganz im Zeichen der gegenwärtig schwierigen Situation auf dem Milchmarkt standen die Verlautbarungen zum Internationalen Tag der Milch, an dem am Montag dieser Woche auf Initiative der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) für den Milchkonsum geworben werden soll.

 Der Deutsche Bauernverband (DBV) wies darauf hin, dass mit den momentanen Milchpreisen in Deutschland keine kostendeckenden Erlöse zu erwirtschaften seien. Die Milchbauern sähen sich mit einem deutlichen Minus von 10 % für den Frischmilchpreis aus den jüngsten Preisverhandlungen zwischen Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel konfrontiert. Diese Preissenkung ist nach Ansicht des DBV nicht gerechtfertigt. Mit einem solchen Preisdruck verschärfe der Lebensmitteleinzelhandel den Strukturwandel.

Verlässlichkeit bei der Versorgung mit Milch aus heimischer Landwirtschaft und stetig verbesserte Standards in der Tierhaltung und der Produktqualität verlangten eine positive Preisentwicklung, mahnte der Verband. Für den agrarpolitischen Sprecher der Bundestagsfaktion von Bündnis 90/Die Grünen, Friedrich  Ostendorff, sind die derzeitigen Milchpreise „unmoralisch“. Mit einem Ladenpreis von 55 Cent je Liter sei Milch mittlerweile billiger als Tafelmineralwasser. Wer bei diesen Entwicklungen behaupte, die Zukunft der heimischen Milchwirtschaft liege auf dem Weltmarkt, mache sich der „fahrlässigen Vernichtung bäuerlicher Existenzen schuldig“, so Ostendorff.

Er forderte die Milchbauern auf, sich endlich zusammenschließen, um ihren Milchpreis wirksam mit den Molkereien zu verhandeln. Die agrarpolitische Sprecherin der Grünen im bayerischen Landtag, Gisela  Sengl, riet den Erzeugern zur Umstellung auf Bioproduktion. Tierschutzorganisationen richteten anlässlich des Aktionstages den Blick auf die Milchkuhhaltung.

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