7.12.2013 16:10
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Milchpreise (noch) nicht kostendeckend
Trotz des Anstiegs der Milchpreise und leicht rückläufiger Produktionskosten konnten die deutschen Milchbauern im Sommer 2013 keine Gewinne einfahren. Wie das European Milk Board (EMB) am Montag mitteilte, standen nach Berechnungen des Büros für Agrarsoziologie & Landwirtschaft (BAL) im Juli Produktionskosten von 41,98 Cent (51,6 Rp.) je Kilogramm Milch nur Erlöse von 38,55 Cent/kg (47,3 Rp./kg) gegenüber.

Zwar habe sich damit das Verhältnis von Kosten zu Erlösen aus Sicht der Porduzenten verbessert, doch fehlten letztlich immer noch 3,43 Cent/kg zur Vollkostendeckung, monierte das EWB. „Die fehlenden 8% zahlt der Milchbauer - genau wie die im April fehlenden 18% - immer aus seiner eigenen Tasche“, klagte EMB-Vorsitzender Romuald Schaber. Das gehe nur für eine bestimmte Zeit, sonst werde die Produktion bei immer mehr Produzenten in Deutschland und in ganz Europa wegen systematischer Kostenunterdeckung eingestellt.

Schwache Position am Markt

Grund für die Misere, so Schaber, sei die schwache Position der Erzeuger am Markt, die durch eine steigende Produktion weiter geschwächt werde. Es gebe jedoch eine Möglichkeit, die Milchmenge so an die Nachfrage anzupassen, dass sie zu kostendeckenden Preisen abgenommen werde. Notwendig dafür sei eine Monitoringsstelle, die auslote, wie viel Milch am Markt wirklich benötigt werde und die die Produktion danach anpasse. Dadurch könne Stabilität erreicht werden, erläuterte Schaber.

Der Vorsitzende der MEG Milch Board in Deutschland, Peter Gruhl, sieht die Produzenten trotz des Milchpreisanstiegs im ersten Halbjahr 2013 noch nicht am Ziel: „Wir wissen, dass unser Rohstoff aktuell deutlich mehr wert ist. Die Preise am Spotmarkt sprechen hier eine sehr deutliche Sprache.“ Es sei besorgniserregend, dass sich bei den Molkereien seit dem Überschreiten der 40 Cent-Marke eine „es reicht schon Mentalität“ breit gemacht habe, kritisierte Guhl.

45-Cent-Marke möglich

Das Überschreiten der 45-Cent-Marke sei mittelfristig ein durchaus realistisches Szenario: „Die Nachfrage nach Milchprodukten zieht aktuell wieder an und die Milchanlieferung stagniert.“ Da gutes Grundfutter in diesem Jahr vielerorts Mangelware ist, rechnet Guhl nicht mit einem Rückgang der Milchauszahlungspreise in den kommenden Wintermonaten.

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