31.10.2017 13:41
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Milchmarkt
«Keine Tricks bei Milchkauf»
Täglich geben zwei Milchbauern auf . BIG-M kritisiert, dass in den meisten Milchhandelsverträgen nach wie vor die Menge in Kilogramm nicht festgelegt ist.

Die EU habe vor zwei Wochen entschieden, dass die Milchbauern Milchlieferverträge mit verbindlichen Angaben zu Menge und Preis erhalten sollen, schreibt die Milchbauernorganisation BIG-M. «Ist nun alles in Butter?», so BIG-M, die gleich die Antwort gibt: «Wohl kaum.»

«Nur Prozente A, B, C»

Denn die Schweizer Bauern hätten mit diesen Milchlieferverträgen ja schon jahrelange Erfahrungen. «In unserem Landwirtschaftsgesetz wäre diese Vertragspflicht in Artikel 37 klar vorgeschrieben. Die Milchbranche hat es aber bis heute nicht fertiggebracht diese Vertragspflicht korrekt umzusetzen», kritisiert BIG-M. 

Sie gebe sich damit zufrieden, wenn die Milchkäufer dem Bauern zehn Tage vor Monatsende mitteilten, wie viel Prozent A-Milch und wie viel B- und C-Milch ihm im nächsten Monat mit seiner Liefermenge verrechnet wird.

«Industrie lobbyiert»

BIG-M habe im vergangenen Frühling zusammen mit Uniterre mit einer Aktion vor dem Büro des Agrarministers auf diesen Missstand hingewiesen. «Johann Schneider-Ammann hat damals ausrichten lassen, dass er zu dieser Problematik im Sommer einen Bericht verfassen werde. Der Sommer ist inzwischen vorbei, doch der Bericht ist noch nicht da!» Laut BIG-M kann man unschwer erahnen, wer da hinter den Kulissen die Türklinken putze. «Der Milchhandel, die Molkereien und der Lebensmittelhandel profitieren davon, dass die Bauern einfach ins Blaue hinaus drauflosproduzieren.

Diese Vertreter wollen nicht, dass die Bauern marktorientiert produzieren.» Den Schaden haben allein die Milchbauern. Sie müssen hinnehmen, dass ihr Milchpreis bis zu 12 Rappen tiefer ist als der von der Branche kommunizierte Richtpreis. Die Folge: Jeden Tag werden in der Schweiz zwei Milchviehställe geräumt, weil die Bauern die Nase voll und das Konto leer haben. Für BIG-M steht fest: «Wir Milchbauern brauchen echte, verbindliche Milchlieferverträge, welche wie in jedem anderen Verkaufsvertrag mindestens die Menge und den Preis regeln.» 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE