30.10.2017 09:50
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Milchpreis 2017 bei 36 Cent
Im Jahresdurchschnitt dürften die Milchbauern in Deutschland für ihre Lieferungen an die Molkereien einen Preis von 36 Cent/kg (41.8 Rp.)bezogen auf einen Fettgehalt von 4,0% erzielen. Davon geht der Milchindustrie-Verband (MIV) aus.

Für 2016 weist der Verband in seinem aktuellen Geschäftsbericht einen vorläufigen Preis von nur rund 27 Cent/kg (30 Rp.) Milch aus. Allerdings gab der MIV am vergangenen Donnerstag auf seiner Jahrestagung in Augsburg zu bedenken, dass höhere Milchpreise zu einer höheren Milchproduktion führten, was die Saisonkurven in Deutschland und in anderen Ländern deutlich zeigten. Diese Entwicklung könne noch zu Korrekturen beim Milchpreis führen.

Mit Blick auf das Jahresende 2017 und das Jahr 2018 räumte der Milchindustrie-Verband ein, dass die Milchmengenentwicklung nur schwierig abzuschätzen sei. Allerdings sei die Kaufkraft in Deutschland vorhanden und die Akzeptanz für Milch und Milchprodukte sehr gross. Nun gelte es, das noch positive Preisbild in das neue Jahr „mitzunehmen“.

Das Jahr 2017 verlief dem MIV zufolge bislang zufriedenstellend trotz uneinheitlicher Entwicklungen in den einzelnen Marktsegmenten. So resümierte MIV-Hauptgeschäftsführer Eckhard Heuser, dass die Butter- und Rahmpreise „durch die Decke gegangen“ seien und deshalb gute Verwertungsmöglichkeiten für die Rohmilch geschaffen hätten. „Allerdings hat sich mittlerweile der Fettmarkt deutlich beruhigt“, stellte Heuser fest. Für das Weihnachtsgeschäft sei genügend Ware vorhanden.

Ausserdem habe vor allem die positive Entwicklung der Käsenotierungen den Milchpreis deutlich stabilisiert. Allerdings habe im Milcheiweisssektor die Intervention wieder in Anspruch genommen werden müssen. Die betreffenden Bestände in Brüssel wüchsen, so dass von der EU-Kommission bald neue Politikvorschläge erwartet würden. Im Hinblick auf den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU erwartet der MIV schwierige Planungen, weil England ein wichtiger Kunde deutscher Molkereien sei. Für die Zeit nach dem Brexit setzt sich der Verband in Handelsfragen für liberale Ansätze ein.

Zu den von der EU geplanten Freihandelsabkommen stellte der MIV fest, dass diese bei Ländern mit Importbedarf sinnvoll sein könnten. Vor Freihandelsabkommen mit reinen Exportländern wie Neuseeland sei aber zu warnen.

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