1.11.2017 16:37
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Butter
Butter: «Nur Coop und Lidl erhöhen»
Die Butter ist ein rares Gut. Im Zuge der Richtpreiserhöhung für Molkereimilch im A-Segment auf das 4. Quartal versprach die Branchenorganisation Milch eine Erhöhung der Fettpreise. Gemäss den Schweizer Milchproduzenten haben nur Coop und Lidl die Preise erhöht. Der Bauernverband hingegen fordert die Verarbeiter auf, die Preise an die Bauern weiterzugeben

Per 1. Oktober wurde der Richtpreis um 3 Rappen auf 68 Rappe je Kilo Molkereimilch erhöht. Die Erstmilchkäufer haben den Beschluss der Branchenorganisation Milch umgesetzt und die Produzentenpreise um 3 Rappen erhöht.

Für die Milchproduzenten, die in den vergangenen Monaten mit miserablen Preisen zu kämpfen hatten, war dies endlich ein kleines, aber positives Zeichen. Die Erhöhung der Richtpreise hat dazu geführt, dass im Laden gemäss den Schweizer Milchproduzenten (SMP) mit Ausnahme bei einigen Labelprodukten, der Liter Milch um mindestens 5 Rappen teurer wurde. «Das zeigt doch deutlich, dass wenn der Verkaufspreis steigt, alle Akteure davon profitieren. Zumal kaum ein Konsument weniger Milch kauft, wenn diese 5 Rappen teurer wird», halten die SMP in einem Communiqué von Mittwoch fest.

Um aber den Produzentenpreis näher an den Richtpreis zu führen, ist eine Erhöhung des Fettpreises unabdingbar. Die SMP und der Schweizer Bauernverband (SBV) forderten in den vergangenen Wochen vom Detailhandel und den Verarbeitern, die Preise für Butter zu erhöhen. Begründet wurde diese Forderung mit sehr tiefen Lagerbeständen sowie höheren Milch- und Butterpreise im Ausland. In Österreich und Deutschland ist die Butter praktisch gleich teuer wie in der Schweiz. Gemäss den SMP sind die Lager in der Schweiz mit 1050 Tonnen praktisch leer.

«Die Marktlage würde eine Butterpreiserhöhung absolut rechtfertigen», heben die SMP hervor. Die Organisation hat die Preise bei Coop, Migros, Denner, Lidl und Aldi untersucht. Gemäss SMP haben zwischen September und Oktober nur Coop (70 Rp. je Kilo) und Lidl (50 Rp. je Kilo) die Preise für Butter erhöht. «Eine substantielle Butterpreisanpassung bei allen Anbietern würde es erlauben, den Produzentenmilchpreis, zusätzlich zur Anpassung aufgrund der Richtpreisanhebung, um weitere 2 bis 3 Rappen anzuheben», schreiben die Milchproduzenten.

Am Dienstag hat sich bereits der Schweizer Bauernverband (SBV) bezüglich Butter an die Öffentlichkeit gewandt. Der SBV fordert von den Verarbeitern und dem Handel, die höheren Fettpreise, die der Detailhandel zahlt, an die Bauern weiterzugeben. Im Gegensatz zu den SMP spricht der Verband von flächendeckenden Erhöhungen beim Detailhandel. Die betroffenen Milchbauern wollen nun Taten sehen und keine Ausflüchte mehr hören, machte der SBV deutlich.

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