23.01.2017 06:38
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Zuckerwirtschaft «vor grosser Herausforderung»
Nach dem Wegfall der europäischen Quotenregelung für Zucker am 1. Oktober dieses Jahres dürften sich die Entwicklungen am Weltmarkt zukünftig stärker auf dem Binnenmarkt bemerkbar machen. Darauf hat die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) am vergangenen Donnerstag in Bonn hingewiesen.

Der WVZ-Vorsitzende Dr. Hans-Jörg Gebhard gab allerdings zu bedenken, dass die deutschen und europäischen Produzenten dann nicht mehr an die Begrenzung der EU-Ausfuhren durch die Vorgaben der Welthandelsorganisation (WTO) gebunden seien.

Dadurch würden sich Chancen ergeben, erklärte Gebhard. Nach den einschneidenden Anpassungen durch die Reform der Zuckermarktordnung von 2006 hätten sich Zuckerrübenanbauer und Unternehmen der Zuckerindustrie auf die damit verbundenen Änderungen vorbereitet. Nun gelte es angesichts der bevorstehenden weiteren Liberalisierung des europäischen Zuckermarktes, kontinuierlich an der weiteren Verbesserung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit zu arbeiten.

Indes hält die WVZ Marktmassnahmen vor dem Ende der Quotenregelung nicht für notwendig. Die Europäische Kommission müsse vielmehr alles vermeiden, was zu einer Destabilisierung des Marktes führen könnte. Dies sei auch deshalb wichtig, weil die Wettbewerbsverzerrungen im internationalen Handel fortbestünden.

Mit der einseitigen Liberalisierung in Europa ist es nach Ansicht von Gebhard allerdings nicht getan, denn nach wie vor verzerrten die grossen Erzeugerländer den Wettbewerb zu ihren Gunsten. „Dagegen muss die EU offensiv vorgehen. Dies ist eine Voraussetzung, damit sich die europäische Zuckerwirtschaft erfolgreich der Konkurrenz am Weltmarkt stellen kann“, betonte der Verbandsvorsitzende.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE