3.04.2014 09:01
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
China
Vogelgrippe kostet China Milliarden
Die erstmals im März 2013 in China nachgewiesene Vogelgrippe des neuen Virustyps H7N9 hat in der Volksrepublik bereits mehr als 100 Menschen das Leben gekostet und in der Geflügelwirtschaft Milliardenverluste verursacht.

Der Generalsekretär des Chinesischen Geflügelindustrieverbandes, Gong Guiefen, bezifferte laut Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua den allein in diesem Jahr entstandenen Schaden auf 20 Mrd. CNY (2,86 Mrd. Fr.), nachdem es 2013 bereits rund 60 Mrd. CNY (8,57 Mrd. Fr.) gewesen sein sollen.

Kleinere Produzenten stark betroffen

Offiziellen Angaben zufolge kam es in den ersten beiden Monaten 2014 schon zu 120 Neuerkrankungen beim Menschen, von denen 36 tödlich verliefen. Auf die neue Welle von Infektionen bei Mensch und Tier in diesem Winter hat die chinesische Staatsregierung mit einer umfassenden Schliessung von Lebendmärkten für Geflügel in den betroffenen Provinzen reagiert. Die Sperrung dieser bei den Verbrauchern besonders beliebten Einkaufstätten nimmt vor allem kleineren Produzenten die Vermarktungsmöglichkeiten.

Die chinesische Regierung hat die Banken des Landes bereits aufgefordert, in Schwierigkeiten geratenen Erzeugern mit Umschuldungen oder Notkrediten auszuhelfen. Nach einem verlustreichen Jahr 2013 scheint die Geflügelwirtschaft auch 2014 nicht aus der Krise herauszukommen.

Verbrauch bricht 2014 deutlich ein

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium hat Anfang März seine Prognose für die chinesische Hähnchenfleischerzeugung 2014 um 6% auf 12,9 Mio. t gesenkt. Der Verbrauch wurde ebenfalls um 6% auf 12,75 Mio. t nach unten korrigiert. Der Ausbruch der Geflügelgrippe würde damit dem zuvor bestehenden Wachstumstrend ein jähes Ende bereiten. Produktion und Verbrauch von Hähnchenfleisch könnten im laufenden Jahr jeweils um rund 800'000 t geringer als 2012 ausfallen.

Die Folgen der Vogelgrippe dürften noch weitaus schlimmer werden, sollte sich die Krankheit zur Pandemie auswachsen. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) gibt es bisher zwar keine Hinweise auf eine einfache Übertragung von Mensch zu Mensch, doch müssten die Infektionswege noch genauer untersucht werden.

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