15.08.2013 09:25
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Agrarwirtschaft
USA und Brasilien zur Zusammenarbeit bereit
Die USA und Brasilien sind zu einer intensiven Zusammenarbeit im Bereich der Agrarwirtschaft bereit und würden eine Kooperation unter anderem dazu nutzen, die EU von den Vorteilen der Grünen Gentechnik zu überzeugen.

Das ist auf der Delegationsreise von US-Landwirtschaftsminister Tom Vilsack vergangene Woche in Brasilien deutlich geworden. Sowohl Vilsack als auch sein Amtskollege in Brasília, Antônio Andrade, und die Präsidentin des brasilianischen Landeswirtschaftsverbandes CNA, Katia Abreu, hoben hervor, man sehe die beiden Staaten „nicht als Wettbewerber, sondern als Partner“.

Welternährung und grüne Gentechnik

Als grosse Nahrungsmittelerzeuger habe man gemeinsam die Möglichkeiten und Herausforderungen im Blick, die sich auf globaler Ebene ergäben. Hierzu zählt laut Andrade unter anderem der Ausbau der Aktivitäten im für beide Länder sehr interessanten chinesischen Markt. Vilsack ergänzte, es gehe auch um die Sicherung der Welternährung. Die Erfahrungen Brasiliens mit der tropischen Landwirtschaft sollten in Afrika genutzt werden.

Handlungsbedarf gibt es nach Einschätzung des CNA auch hinsichtlich der Grünen Gentechnik in der EU. Dieser müssten weitere wissenschaftliche Ergebnisse vorgelegt werden, um ihre Akzeptanz gegenüber gentechnisch veränderten Organismen (GVO) zu erhöhen.

Geldstrom in Gefahr

Neben einem möglichen Ausbau der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit ging es in den Treffen auch um aktuelle Probleme, etwa die unzureichende Logistikinfrastruktur in Brasilien. Vilsack hatte für Brasiliens Baumwollindustrie schlechte Nachrichten. Sollte bis zum
Auslaufen der jetzigen Farm Bill keine Einigung auf eine neue Agrargesetzgebung zustandekommen, könnten die USA die regelmässigen Zahlungen an die brasilianische Baumwollindustrie ab Oktober nicht mehr leisten, erklärte der Ressortchef.

Die Zahlungen waren 2010 vereinbartworden, um Vergeltungszölle Brasiliens gegen die USA zu verhindern. Deren Subventionierung ihrer heimischen Baumwollproduktion hatte die Welthandelsorganisation WTO zuvor als rechtswidrig und schädlich unter anderem für brasilianische Produzenten verurteilt.

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