2.09.2015 16:58
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
USA
USA: Agrareinkommen bricht ein
Die Wirtschaftlichkeit der US-amerikanischen Landwirtschaftsbetriebe dürfte 2015 zum zweiten Mal in Folge zurückgehen, und zwar stärker noch als im Vorjahr.

Laut einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Prognose des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) soll das sektorale Nettoeinkommen der Farmen im Vergleich zu 2014 um schätzungsweise 36% auf insgesamt 58,3 Mrd. USD (56,5 Mrd. Fr.) sinken. Das wäre das schlechteste nominale Ergebnis seit 2006 und unter Berücksichtigung der Inflationsrate sogar seit 2002.

Für 2014 war nach dem Rekordjahr 2013 eine Verschlechterung des Nettoeinkommens um 26,4% ermittelt worden. Vor dem Hintergrund des schlimmsten Tierseuchenausbruchs aller Zeiten in den USA - der Vogelgrippe - und der aktuellen Trockenheit im Westen des Landes deuten die Vorhersagen aber laut Ressortchef Tom Vilsack auf eine „stabile und widerstandsfähige“ Verfassung des ländlichen Raums hin.

Mehr Direktzahlungen

Der Sektor stelle rund 4 Millionen Arbeitsplätze bereit und ersetze jährlich etwa 1,1 Mrd. Liter Rohöleinheiten für insgesamt 200'000 Fahrzeuge, hob Vilsack hervor. Das Ministerium begründete seine pessimistischen Prognosen zur Einkommensentwicklung vor allem mit den im laufenden Jahr voraussichtlich deutlich sinkenden Einnahmen aus der Pflanzen- und Tierproduktion einschliesslich Preisausgleichshilfen.

Hier erwarten die Washingtoner Experten einen Rückgang um 32,3 Mrd. USD (31,3 Mrd. Fr.) oder 7,7% auf 387,8 Mrd. USD (376 Mrd. Fr.). Im Gegenzug sollen die staatlichen Direktzahlungen an die Betriebe aber um 1,6 Mrd. USD oder 16% auf insgesamt 11,4 Mrd. USD (11,06 Mrd. Fr.) steigen.

Niedrige Produzentenpreise für Milch und Schweine

Für die Einkommen durch den Verkauf von Ackerfrüchten einschliesslich Preisausgleichshilfen sehen die Beamten gegenüber 2014 aktuell ein Abnahme um 12,9 Mrd. USD (12,5 Mrd. Fr.) oder 6,2 % auf 195 Mrd. USD (189 Mrd. Fr.) voraus. Im Einzelnen wird dabei für Mais ein Rückgang der Erlöse um 7,1 Mrd. USD (6,89 Mrd. Fr.) erwartet und für Sojabohnen von 3,4 Mrd. USD (3,3 Mrd. Fr.). Ausserdem sollen die Einkünfte aus Weizenverkäufen um 1,6 Mrd. USD (1,55 Mrd. Fr.) niedriger als im Vorjahr ausfallen.

Mit Blick auf die Tierproduktion rechnet das USDA mit einer Abnahme der Einnahmen um 19,4 Mrd. USD oder 9,1% auf 192,8 Mrd. USD (187 Mrd. Fr.). Dies begründen sie vor allem mit den deutlich gesunkenen Produzentenpreisen für Milch und Schweine. Den Grossteil ihrer Einkünfte erzielen die meisten landwirtschaftlichen Haushalte nach den USDA-Zahlen allerdings mit ausserlandwirtschaftlichen Tätigkeiten. Die allein in der Landwirtschaft erwirtschafteten Einkommen fallen nach den Berechnungen des Ministeriums bei einem Grossteil der Betriebe seit Jahren negativ aus.

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