2.02.2014 08:29
Quelle: schweizerbauer.ch -
USA
Umstrittene US-Ölleitung nimmt wichtige Hürde
Die umstrittene Ölleitung von Kanada zum Golf von Mexiko kann nach jahrelangem Streit möglicherweise doch gebaut werden. Die geplante Leitung Keystone-XL habe keine massgeblichen Auswirkungen auf die Umwelt, stellte das US-Aussenministerium in einer Studie zu dem Milliardenprojekt am Freitag fest.

Mit Keystone XL will das Unternehmen TransCanada täglich bis zu 830'000 Barrel aus Teersand gewonnenes Öl quer durch die USA pumpen. Kanada werde auch unabhängig vom Bau der Leitung Öl aus Teersand gewinnen, heisst es in der Studie. Die Pipeline wäre daher nicht ursächlich für einen Anstieg des CO2-Ausstosses durch die Ölproduktion.

Umweltschützer warnen

Umweltschützer sind hingegen besorgt, dass die Ölgewinnung aus Teersand durch die neue Leitung nur weiter angeheizt wird. Sie warnen, dass bei dieser Methode dreimal so viel Treibhausgase freigesetzt werden wie bei der konventionellen Förderung.

Das Umweltamt EPA hatte vor rund einem Jahr geschätzt, dass die CO2-Belastung der Umwelt durch die Leitung erheblich steigen würde - nämlich so, als würden 50 Jahre lang rund sechs Millionen Autos mehr auf den Strassen fahren.

Obama hatte Bau gestoppt

Eine Empfehlung für oder gegen das Projekt ist die Studie zur Umweltverträglichkeit nicht. Dennoch nimmt das Projekt mit ihr eine wichtige Hürde.

Präsident Barack Obama hat signalisiert, dem Bau zuzustimmen, sofern der CO2-Ausstoss damit nicht massgeblich erhöht wird. Vor zwei Jahren hatte Obama den Bau gestoppt, weil mögliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Anwohner und die Umwelt nicht ausreichend geprüft werden konnten. Letztlich muss Aussenminister John Kerry entscheiden, ob das Projekt im nationalen Interesse der Vereinigten Staaten liege.

Projekt angepasst

TransCanada hat wegen Kritik aus Washington bereits Änderungen vorgenommen. So wurde die ursprünglich auf mehr als 2700 Kilometer ausgelegte Leitung zweigeteilt und die Route verändert, um sensible Gegenden im US-Staat Nebraska zu umgehen. Nun sollen knapp 1900 Kilometer Leitung neu verlegt werden und dann an ein bestehendes Netz anschliessen. Das Öl aus Westkanada soll in Raffinerien in Texas verarbeitet werden.

Über das Projekt, das mehrere Tausend Arbeitsplätze bringen könnte, wird seit mehr als fünf Jahren erbittert gestritten. Die Republikaner wollen mit dem sieben Milliarden Dollar schweren Vorhaben auch die Abhängigkeit der USA von Ölimporten aus dem Mittleren Osten verringern. Im Streit um die Route standen Umweltschützer und Anwohner Ölfirmen und Gewerkschaften gegenüber.

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