26.06.2017 09:02
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Tierarzt bald zu teuer
Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) befürchtet, dass sich die Erzeuger die bald steigenden Tierarztkosten nicht mehr leisten können.

Mitte Juni hatte das Bundeskabinett beschlossen, die pauschalen Sätze in der Tierärztegebührenordnung um 12 % anzuheben und das Entgelt für die Beratung von Nutztierhaltern um 30 % zu erhöhen. Dass die Veterinäre ihre wichtige Arbeit auch entsprechend honoriert sehen wollten, könnten die Milchviehhalter, die selbst für eine faire Entlohnung ihrer Arbeit kämpften, durchaus nachvollziehen, teilte der BDM am vergangenen Donnerstag mit.

Problematisch sei in diesem Zusammenhang jedoch, dass die Bundesregierung offenbar mit zweierlei Mass messe: Die Milchviehhalter würden weiter dazu angehalten, ihre Kosten immer weiter zu senken, um so vermeintlich zukunftsfähig zu sein. Gleichzeitig werde jedoch erwartet, dass sie die erhöhten Forderungen ihrer Marktpartner bezahlen sollten. Gerade den krisengebeutelten Milchbauern falle das aber zunehmend schwerer, so der BDM.

„Die Forderung muss daher lauten, die Agrarpolitik neu auszurichten - weg vom immer billiger, immer mehr“, erklärte der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber. Die Risiken von Marktverwerfungen dürften nicht mehr einseitig auf die Milchviehhalter abgewälzt werden. Vielmehr müssten diese mit entsprechender politischer Rahmensetzung in die Lage versetzt werden, am Markt mindestens kostendeckende Preise zu erwirtschaften, betonte Schaber.

Er forderte die Verbände der Tierärzte als Partner der Landwirte auf, sich gemeinsam mit ihnen für eine wirtschaftlich nachhaltige Milchviehhaltung einzusetzen. Nur dann seien die Landwirte auch künftig in der Lage, ihren Tieren die bestmögliche Betreuung angedeihen zu lassen und ihre Veterinäre leistungsgerecht zu bezahlen. „In unserer Gesellschaft werden Tierwohlaspekte immer stärker eingefordert. Dafür braucht es eine starke Partnerschaft zwischen Milchviehhaltern und Tierärzten“, bekräftigte Schaber. Bei den Milchbauern müsse deshalb im Sinne einer nachhaltigen Milchviehhaltung und Tierbetreuung ein deutlich höherer Milcherzeugerpreis ankommen.

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