4.01.2016 11:12
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
USA
Streit um Land eskaliert
Ein Trupp Bewaffneter hat ein Verwaltungsgebäude in einem Nationalpark im US-Bundesstaat Oregon besetzt - aus Protest gegen die Regierung im fernen Washington. Ein Dauerstreit um Land ist eskaliert.

Die Mitglieder einer Bürgerwehr und andere Aktivisten wollen dort so lange bleiben, «wie es nötig ist - Tage, Wochen, oder sogar noch länger», wie der Anführer der Gruppe, Ammon Bundy, dem Sender CNN am Sonntag in einem Telefoninterview sagte. Der örtliche Sheriff rief die Bevölkerung auf, sich von dem Gebäude fernzuhalten.

Rancher verurteilt

Entzündet hat sich der Protest an der Verurteilung von zwei Ranchern zu fünf Jahren Haft wegen Brandstiftung. Den beiden - Vater und Sohn - wurde laut Medienberichten angelastet, auf Land der Bundesregierung ein Feuer gelegt zu haben, um Spuren von Wilderei zu verwischen. Sie sollen sich am Montag im Gefängnis melden.

Bundy und seine Anhänger sprechen von «Machtmissbrauch» der Behörden. Sie sagen, die Rancher seien schlicht für ihre Weigerung bestraft worden, ihr Land an die Bundesregierung zu verkaufen. Zunächst protestierten Milizionäre und Einwohner in der Stadt Burns mit einem Marsch, dann zog eine Gruppe von schätzungsweise mehreren Dutzend Bewaffneten zum Hauptquartier des entlegenen Malheur National Wildlife Refuge und besetzte es.

Sohn radikalen Ranchers

Bundy sagte in dem CNN-Interview, die Regierung nehme für sich Land und Ressourcen in Anspruch, die dem Volk gehörten, dieser «Missbrauch» müsse aufhören. Es sei Zeit, sich dagegen zu erheben. Bundy und seine Anhänger sprechen von «Machtmissbrauch» der Behörden. Auf Twitter (#OregonUnderAttack) stritten sich Befürworter und Anhänger über die Rechtmässigkeit der Aktion. In Burns hingen vereinzelt Plakate mit der Aufschrift «Militiamen go home» («Geht nach Hause, Milizionäre»).

Bundy ist der Sohn eines radikalen Ranchers aus Nevada, der 2014 Schlagzeilen machte: Er stand damals an der Spitze einer Gruppe von mehreren bewaffneten Viehzüchtern, die sich tagelang weigerten, ihre auf Regierungsland grasenden Herden abzuziehen.

Polizei hält sich zurück

Nach der Besetzung eines Verwaltungsgebäudes in einem Naturpark im US-Bundesstaat Oregon durch eine Bürgerwehr halten sich Polizei und Behörden zurück. Im Hintergrund liefen Bemühungen um eine Lösung, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender OPR am Sonntagabend.

Am Montag soll ein Krisenstab von Polizei und Strafverfolgungsbehörden auf regionaler und Bundesebene eingerichtet werden. Die örtliche Polizei rief die Bevölkerung auf, sich von dem Gebäude fernzuhalten. Die teils bewaffneten Männer wollen so lange ausharren, «wie es nötig ist - Tage, Wochen, oder sogar noch länger», sagte ihr Anführer Ammon Bundy in Interviews. Die Gruppe spricht von bis zu 150 Besetzern im Malheur National Wildlife Refuge, die Polizei von 15 Menschen.

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