6.06.2013 10:25
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa/Reuters
UNO
Steigende Lebensmittelpreise - China wird grossen Einfluss haben
Weltweit müssen Konsumenten sich in den kommenden zehn Jahren auf höhere Preise für Lebensmittel einstellen. Bevölkerungswachstum und höhere Einkommen treiben nach einem UN-Bericht den Bedarf in Entwicklungsländern. Besonders Fleisch und Fisch werden teurer.

«Steigende Preise werden im kommenden Jahrzehnt sowohl für Getreide als auch für Vieh erwartet», heisst es in dem am Donnerstag veröffentlichten Ausblick für 2013 bis 2022. «Fleisch, Fisch und Agrartreibstoffe werden sich dabei stärker verteuern als Agrargrundstoffe.» 

Produktionsausfälle werden zunehmen

Zwar gehen die Experten davon aus, dass die Versorgung mit Agrargütern mit der globalen Nachfrage Schritt halten wird. Allerdings könne es auch künftig zu Produktionsausfällen, Preisschwankungen und Handelsunterbrüchen kommen.  

«Solange die Nahrungsmittelvorräte in grossen Hersteller- und Konsumentenländern klein bleiben, herrscht ein verstärktes Risiko für volatile Preise», warnen die Experten in der Studie. «Eine grossflächige Dürre wie 2012 zusätzlich zu knappen Nahrungsmittelbeständen könnte die Weltpreise um 15 bis 40 Prozent erhöhen.» 

Chinesen steigen auf Fleisch um 

Wegen knapper Anbauflächen, gestiegenen Produktionskosten und zunehmenden Umweltbelastungen werde die weltweite Agrarproduktion bis 2022 nur noch um jährlich 1,5 Prozent wachsen. In den zurückliegenden zehn Jahren seien es noch 2,1 Prozent gewesen. Gleichzeitig steige die Nachfrage durch die wachsende Weltbevölkerung, höhere Einkommen, Urbanisierung und veränderte Ernährungsgewohnheiten. 

China werde mit seinen etwa 1,3 Milliarden Menschen einen grossen Einfluss auf den internationalen Agrarmarkt haben, heisst es in dem «Agricultural Outlook 2013-2022». Das Land werde sich zwar bei vielen Agrarprodukten auch in Zukunft selbst versorgen können. Die Produktion werde sich jedoch etwas verlangsamen. Gleichzeitig werde China bis 2022 die Europäische Union als grössten Konsumenten von Schweinefleisch beim Pro-Kopf-Verbrauch ablösen.  

Reisimporte fallen

Zudem gehen die Experten in dem Bericht davon aus, dass die chinesischen Importe von Ölsamen in den kommenden zehn Jahren um 40 Prozent steigen und damit 59 Prozent des weltweiten Handels ausmachen werden. Ölsamen werden unter anderem als Tierfutter verwendet. 

Im Gegensatz dazu sollen Reisimporte im kommenden Jahrzehnt um durchschnittlich 1,5 Millionen Tonnen jährlich fallen. Die Volksrepublik ist der weltgrösste Reiskonsument. Nach Zahlen der Weltbank hatten international die Preise für Nahrungsmittel im August 2012 Rekordhöhen erreicht. Zwischen Oktober und Februar fielen sie dann jedoch wieder. Gründe dafür waren die nachlassende internationale Nachfrage und mehr Angebot.

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