6.03.2015 10:25
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Produktionsdisziplin soll honoriert werden
Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat die deutsche Milchindustrie zu einer aktiven Preispolitik im Sinne der bäuerlichen Milchviehbetriebe aufgerufen, bei der die Mengenzurückhaltung von Lieferanten belohnt werden soll.

Zum 1. April müsse ein Bonus für diejenigen Erzeuger eingeführt werden, die nach dem Ende der Milchquote ihre Produktion nicht ausdehnten, forderte der stellvertretende AbL-Bundesvorsitzende Ottmar Ilchmann vergangene Woche in einer Pressemitteilung. So könne die Milchindustrie Verantwortung übernehmen und dazu beitragen, dass sich die stark gesunkenen Milchpreise wieder auf ein auch für die Produzenten kostendeckendes Niveau erholen könnten.

Höherer Milchpreis dank sinkender Produktion

Nach Ansicht von Ilchmann resultierte der jüngste Notierungsanstieg für Butter, Pulver und andere Milchprodukte nicht aus der Erschliessung neuer Absatzmärkte im Export, sondern ausschliesslich aus der Drosselung der Milchproduktion aus Angst vor der Superabgabe. Dieser Preisanstieg dürfe nicht zunichte gemacht werden, indem die Milcherzeuger von den Molkereien wieder zu einer neuerlichen starken Ausdehnung ihrer Milcherzeugung nach dem Quotenende angeregt würden.

Der AbL-Milchexperte kritisierte das bisherige Vorgehen der Molkereien, mit grenzenlosen Abnahmegarantien und mit Preisaufschlägen für hohe Anliefermengen je Betrieb die Milchbauern zum einem reinen Mengenwachstum ihrer Milchproduktion anzuregen. Genau das Gegenteil sei richtig: „Es müssen diejenigen Milcherzeuger einen Bonus auf ihr Milchgeld bekommen, die durch Mengenzurückhaltung ein neues Überangebot an Milch verhindern“, betonte Ilchmann.

Unkonventionelle Massnahmen

Er wies darauf hin, dass alle Fachleute von einen Anstieg der Produktionsmengen nach dem Quotenende ausgingen, wenn nicht gegengesteuert werde. Das Überangebot werde dann den Milchpreis sofort wieder nach unten drücken, obwohl bereits jetzt das Milchgeld nicht reiche, um die Kosten zu decken.

Das Auslaufen der Garantiemengenregelung erfordere deshalb kurzfristige und vielleicht auch unkonventionelle Massnahmen, damit die Milchpreise wieder die Kosten einer umwelt- und tiergerechten bäuerlichen Milcherzeugung decken könnten.

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