18.02.2013 16:02
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE/blu
Österreich
Österreichs Milchbauern droht Millionenbusse wegen Quoten-Überlieferung
Den Milchbauern in der Alpenrepublik steuern im laufenden Wirtschaftsjahr 2012/13 wieder auf eine Milchquoten-Überlieferung zu. Bereits im vergangenen Quotenjahr, das Ende März 2012 zu Ende ging, wurde eine Übermenge von 120'600 Tonnen produziert und eine Strafabgabe von 33,6 Mio Euro (40,3 Mio. CHF) fällig.

Das waren mehr als 42 Prozent des Gesamtbetrages in Höhe von 78,8 Mio. Euro (94,5 Mio. CHF), den die EU-Kommission von insgesamt sechs Mitgliedsländern mit Überlieferung - darunter auch Deutschland - gefordert hatte.

Obwohl die Milchanlieferungen der österreichischen Landwirte laut aktuellem „Milchbarometer“ der Agrarmarkt Austria (AMA) im Januar rund zwei Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats lagen, ist eine Quotenüberschreitung im laufenden Zwölf-Monatszeitraum offenbar kaum noch aufzuhalten.

Nach Angaben der AMA wurden vom 1. April 2012 bis zum 20. Januar 2013 insgesamt 0,7% mehr Milch angeliefert als im Vorjahreszeitraum. Allerdings liegt die kumulierte Lieferungsmenge für diesem Zeitraum um 96'709 Tonnen (+4,2%) über der entsprechenden Quotenlinie. Gemäss AMA müssen die Bauern nach derzeitigem Stand eine voraussichtliche Strafzahlung von 26,91 Mio. Euro (32,3 Mio. CHF) wegen Nichteinhaltung der nationalen Quote bezahlen. Die Abgabe beträgt für den aktuellen Zwölf-Monatszeitraum 27,83 Euro (33,40 CHF) je 100 kg Milch.

Wie hoch die Strafzahlung tatsächlich ausfallen wird, hängt allerdings von der weiteren Entwicklung der Milchanlieferungen ab. Die nationale Quote Österreichs für Lieferungen (A-Quote) im Zwölf-Monatszeitraum 1. April 2012 bis zum 31. März 2013 liegt der AMA zufolge - inklusive einer jährlichen Aufstockung von 1 % - bei 2'875'899 Tonnen. Für den bis zum 20. Januar 2013 ausgewerteten Verlauf des aktuellen Milchwirtschaftsjahres errechnet sich eine Quote von 2'295'908 Tonnen. Angeliefert wurden von den Milchbauern
jedoch 2'363'749 Tonnen.

Unter Berücksichtigung einer Fettkorrektur und einem daraus resultierenden Zuschlag von 28'869 Tonnen ergibt sich eine Anlieferungsmenge von insgesamt 2'392'618 Tonnen. Die saldierte Überlieferung beträgt demnach 96'709 Tonnen.

Umrechnungskurs: 1 Euro = 1,20 CHF

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