11.05.2017 11:40
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Milchpreiserhöhung „unzureichend“
Die jüngsten Preiserhöhungen für Trinkmilch haben beim Deutschen Bauernverband (DBV) und dem Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) eher verhaltene Reaktionen ausgelöst.

Den Zuschlag von bis zu 3 Cent (3.3 Rp.) bezeichnete DBV-Milchbauernpräsident Karsten Schmal am vergangene Woche als unzureichend.

Angesichts der Tatsache, dass mit den aktuellen Kontrakten durch die gentechnikfreie Fütterung höhere Produktionsstandards durchgesetzt worden seien, die steigende Produktionskosten nach sich zögen, hätte die Preiserhöhung noch höher ausfallen müssen, erklärte Schmal. Dennoch seien die Kontraktabschlüsse „ein wichtiges Signal für einen stabileren Milchmarkt in den kommenden Monaten“.

Der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber forderte, dass die aktuellen Preissteigerungen „sofort und unmittelbar an die Milchviehhalter weitergegeben werden“ müssten. Möglich wurden die Erlösverbesserungen seiner Ansicht nach durch die noch verhaltene Milchanlieferung. Die mit dem zweiten EU-Hilfspaket verknüpfte, zeitlich befristete Mengendisziplin habe wesentlich dazu beigetragen.

Um den Bauern mehr Luft zu verschaffen, damit sie die Tilgung ihrer Kredite leisten können, ist dem BDM-Vorsitzenden zufolge aber ein Milchauszahlungspreis vonmehr als 40 Cent/kg (43.2 Rp.) nötig. Zur Bildung von Rücklagen bräuchten die Landwirte einen Milchpreis von 50 Cent/kg (54 Rp.), was derzeit in weiter Ferne liege. Vielmehr könnten sich die Betriebe „gerade so aufrecht“ halten.

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