28.10.2014 15:01
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Milchmarkt: Bayerischer Agrarminister in der Schweiz
Anregungen zum Einstieg in einen liberalisierten Milchmarkt ohne Quoten erhofft sich der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner von einer dreitägigen Informationsfahrt in die Schweiz. Wie der Minister mitteilte, stünden die Erfahrungen in der Milchpolitik im Mittelpunkt.

Brunner fordert von Brüssel wirksame Instrumente, um nach Auslaufen der Milchquotenregelung Anfang April 2015 Marktverwerfungen und Brüche verhindern zu können. Das von der Europäischen Union beschlossene Sicherheitsnetz reicht aus seiner Sicht für eine wirksame Stabilisierung des Milchmarkts in Krisenzeiten nicht aus. Laut bayerischem Landwirtschaftsministerium sind vor diesem Hintergrund Gespräche Brunners mit Produzenten, Verarbeitern und Verbänden sowie ein Treffen mit dem Schweizer Bundesrat und Landwirtschaftsminister Johann Schneider - Ammann geplant.

In der Schweiz wurde die Milchkontingentierung bereits 2009 aufgehoben. Ein weiterer Schwerpunkt der Reise ist der Austausch über agrarpolitische Initiativen und Weichenstellungen in beiden Ländern. Aufgrund der vergleichbaren Agrarstrukturen gibt es laut Brunner viele gemeinsame Interessen, etwa die Sicherung der bäuerlichen Landwirtschaft oder den Ausbau des Ökolandbaus. In der Schweiz liegt der Anteil der Biobauern dem bayerischen Agrarressort zufolge derzeit bei gut 11 Prozent, in Bayern bei knapp 7 Prozent.

Ausserdem gehe es bei den Gesprächen auch um Fragen der Vermarktung, denn die Schweiz sei der wichtigste Agrarhandelspartner Bayerns ausserhalb der EU. Der Exportwert bayerischer Agrargüter in die Schweiz liegt laut Ministeriumsangaben bei jährlich rund 225 Mio. Euro (272 Mio. Fr.).

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