4.07.2017 08:55
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Milchbauern kritisieren Agrarminister
Die MEG Milch Board hat der Molkereiindustrie und der Politik vorgeworfen, aus Wettbewerbsgründen niedrige Produzentenrpeise bewusst in Kauf zu nehmen und nach der Krise nicht gehandelt zu haben.

Wie die Produzentenorganisation am vergangene Woche mitteilte, zeigt eine von ihr in Auftrag gegebene Studie zu den Ursachen der Milchkrise, dass Fehler gemacht worden seien und trotz wieder anziehender Preise dringender Handlungsbedarf bestehe.

„Wer ehrlich ist muss zugeben, dass wir in zwei Jahren Milchkrise auf der Ebene Produzent - Molkereien - Handel keine systematischen Veränderungen in der Vermarktung umsetzen konnten“, monierte der MEG-Vorsitzende Peter Guhl. Der Grossteil der deutschen Milchbauern diene die Milch nach wie vor an, ohne die Auswirkungen der Produktionssteigerung nach dem Wegfall der Quote zu bedenken. „Die Milchindustrie und die Politik haben dem Desaster tatenlos zugesehen und die Freiheit des Marktes, den es angesichts der genossenschaftlichen Regelungen gar nicht gibt, auch nach eingetretenem Preisverfall rigoros befürwortet“, kritisierte Guhl.

Den Grund dafür, dass Agrarminister Christian Schmidt die Molkereiindustrie bisher nur „mit Samthandschuhen“ angefasst habe, sieht der MEG-Vorsitzende in der vermeintlichen Exportstärke des Milchsektors begründet. Die Ausfuhrrekorde in den vergangenen Jahren seien aber nur durch die extrem niedrigen Milchauszahlungspreise möglich gewesen. Es sei beklemmend, dass diese „Erfolgsstory“ auf dem Rücken der Milchbauern ausgetragen werde und die Molkereien sowie die Politik dafür anscheinend niedrige Milchpreise bewusst in Kauf nähmen.

Schmidt mache sich damit bewusst oder unbewusst zum „Bundesmolkereiminister“ und lasse die Bedürfnisse der Milchbauern ausser Acht, kritisierte Guhl. Detaillierte Ergebnisse der Studie zu den Ursachen und Auswirkungen der Milchmarktkrise will die MEG Milch Board nach eigenen Angaben noch vor der parlamentarischen Sommerpause vorstellen. Laut Guhl wird dann gezeigt werden, dass die deutsche Milchwirtschaft nicht auf das Quotenende vorbereitet war und keine der in der Road- Map Milch & Markt vorgeschlagenen Massnahmen zum Gegensteuern in der Krise umgesetzt hat.

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