15.08.2016 16:55
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Milch: Deutschland verdoppelt Hilfe
In Deutschland leiden die Milchbauern wie in den übrigen Ländern Europas unter den tiefen Produzentenpreisen. Die deutsche Regierung will die Hilfe verdoppeln. Ein Strukturbruch käme teuer zu stehen, warnt Agrarminister Christian Schmidt gegenüber der „Nordwest-Zeitung“.

Die Milchbauern in Europa kämpfen vielfach ums Überleben. Das Russland-Embargo, eine sinkende Nachfrage und eine Überproduktion infolge der Aufhebung der Kontingente im April 2015 führten zu einem Preissturz.

Anreiz für Milchdrosselung

Ein erstes Hilfspaket der EU war schnell verpufft. Nun wird ein zweites, rund schweres 500 Millionen Euro (545 Millionen Franken) Hilfsprogramm aufgelegt. Beschlossen wurde dieses im Juni. Die EU hofft damit, die Überproduktion abzubauen und die Preise zu stabilisieren.

150 Millionen Euro (163 Mio. Fr.) zahlt die EU den Milchbauern für eine Drosselung der Milchmenge. Für jedes Kilogramm weniger Milch werden 14 Cent (15,2 Rp.) bezahlt. Ab September können die Landwirte für Phasen von jeweils drei Monaten die Prämie beantragen. Das Programm ist auf ein Jahr angelegt und soll nach den Plänen der EU 1,07 Millionen Tonnen Milch vom Markt nehmen.

Zwei Ziele

Weitere 350 Millionen Euro (381 Mio. Fr.) zur Stützung des Sektors, das die nationalen Regierungen aufstocken können. Wie die „Nordwest-Zeitung“ nun berichtet, will die deutsche Regierung die EU-Hilfen von 58 Millionen Euro (63,2 Mio. Fr.) für die deutschen Landwirte auf 116 Millionen Euro (126 Mio. Fr.) verdoppeln.

„Ein Strukturbruch käme uns teuer zu stehen“, betont Agrarminister Christian Schmidt. „Unsere neuen Hilfen haben zwei Ziele: Liquidität für die Betriebe und Impulse für eine bessere Mengendisziplin am Markt. Wir brauchen weniger Milch für bessere Preise“, erklärt Schmidt.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE