28.10.2014 15:45
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Landwirte warnen vor Preiszerfall
Vor den Folgen eines weiteren Preisverfalls bei Milchprodukten haben die Landwirte in Westfalen-Lippe gewarnt. Zugleich appellierten sie an die Molkereien und an den Lebensmitteleinzelhandel, bei den aktuell laufenden Kontraktverhandlungen über die sogenannte „weisse Linie“ die hohe Kostenbelastung vieler landwirtschaftlicher Betriebe nicht aus dem Auge zu verlieren.

„Wir erwarten von den Molkereien ein engagiertes und geschlossenes Auftreten gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel und den Discountern, um ein weiteres Absinken der Erzeugerpreise bei Milch zu verhindern“, erklärte der Vizepräsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes
(WLV), Wilhelm Brüggemeier, am vergangenen Donnerstag in Münster.

Seinen Worten zufolge ist für viele Milchproduktion bei der aktuellen und für Oktober angekündigten Höhe der Milchauszahlungspreise die Schmerzgrenze erreicht. Die Kostenbelastung für milchviehhaltende Betriebe sei trotz sinkender Futtermittelpreise deutlich höher als in den vergangenen Jahren. Der WLV wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass deutsche Milchprodukte nach wie vor auf dem Weltmarkt gefragt seien. Auch langfristig würden dieser Trend stabil und der Export die treibende Kraft am Markt bleiben.

Zuletzt sei allerdings der Milchmarkt unter anderem aufgrund einer erhöhten Angebotsmenge, einer nachlassenden Nachfrage und des russischen Importembargos unter Druck geraten. „Unsere Molkereien und der Handel stehen in der Pflicht, mit den jetzt anstehenden Abschlüssen die Marktverhältnisse nicht zu überzeichnen“, so Brüggemeier. Vielmehr werde jetzt ein Zeichen für die Stabilisierung des Milchmarkts benötigt. Es liege im gemeinsamen Interesse von Milchbauern, Handel und Molkereien, die Preise zu stabilisieren und dadurch die Wertschöpfungskette insgesamt zu stärken.

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