21.03.2017 16:30
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Österreich
Kuhattacke: Klage gegen Bauer
Im Juli 2014 ist eine Frau auf einer Alp nach einer Kuhattacke verstorben. Die Angehörigen der Frau haben eine Schadenersatzklage in der Höhe von 359'905 Euro (388'700 Fr.) beim Innsbrucker Landesgericht eingereicht. Die Staatsanwaltschaft hatte den Bauer nach dem Unfall «freigesprochen».

Am 28. Juli 2014 war die damals 45-Jährige aus dem Bundesland Rheinland-Pfalz mit ihrem angeleinten Bullterrier-Hund auf einem Fahrweg zur Pinnisalm im Stubaital unterwegs. Vermutlich wegen des Bellens des Hundes griffen die zehn Mutterkühe die Frau und den Hund an, schreibt die «Tiroler Tageszeitung».

Fehlender Zaun

Die Wanderin wurde von den Tieren auf die Wiese gedrängt und mit den Hörnern attackiert. Die Frau erlag noch im Pinnistal trotz 45-minütiger Reanimation an ihren schweren inneren Verletzungen.

Der Vater und der Sohn haben nun eine Schadenersatzklage beim Landesgericht Innsbruck eingereicht. Sie argumentieren, dass der tödliche Unfall leicht durch einen einfachen Weidezaun zu verhindern gewesen wäre.

Tiere sich selbst überlassen

Die Kläger führen weiter aus, dass der Pinnisweg durch sein hohes Fahrzeugaufkommen gar kein normaler Wanderweg sei. Trotzdem überlasse der Landwirt die Mutterkühe faktisch sich selbst – obwohl jedem (sorgfältigen) Bauern das erhöhte Aggressionspotenzial von Mutterkühen bekannt sein müsste, heisst es in der Anklage.

Die Opfer der Angehörigen fordern nun 359’905 Euro für Begräbniskosten bzw. sonstige Aufwendungen, Schmerzensgeld aus Trauer- sowie Schockschaden und Unterhaltsentgang.

Freie Alphaltung ortsüblich

Ganz anders sieht das der Landwirt. Wie die «Tiroler Tageszeitung» schreibt, entgegnet der Bauer, dass die Errichtung solcher Zäune auf Weideflächen weder zumutbar noch ortsüblich sei. Ortsüblich sei vielmehr die freie Alphaltung von Rindern. Der Tierhalter hat zudem mehrfach auf Hinweisschildern auf die Mutterkühe und die damit verbundene Gefahren hingewiesen.

Gestützt wird der Beklagte von der Staatsanwaltschaft. Diese hatte nach dem Unfall ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft stellte aber keinerlei Verschulden des Landwirts am Unfall fest. Der Landwirt habe mit Hinweisschilder auf die Gefahr aufmerksam gemacht, hielt die Staatsanwaltschaft fest.

«Der erste Verhandlungstermin ist für den 9. Mai angesetzt», sagte Landesgerichtssprecher Andreas Stutter der Nachrichtenagentur APA.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE