1.11.2017 08:57
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Knackpunkt Landwirtschaft
In Deutschland werden die CDU, CSU, FDP und die Grünen bei ihren Sondierungs-Gesprächen die Themen Landwirtschaft und Konsumentenschutz behandeln. Die Positionen gehen weit auseinander.

In Deutschland wollen sich die Parteien CDU, CSU, FDP und die Grünen auf gemeinsame Punkte für eine Jamaika-Koalition einigen. Das Thema Landwirtschaft dürfte zu Unstimmigkeiten.

Gemäss einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) rechnet Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter mit schwierigen Verhandlungen bei Landwirtschaft und Verkehr. «Hier sind die Differenzen ähnlich wie bei der Klima- und Energiepolitik gross», sagte er der dpa. Die Grünen möchten eine Agrarwende. Das Insektensterben, die «Vergiftung der Böden und des Grundwassers» sowie das millionenfache «Tierleid» wollen die Grünen angehen.

Die Grünen wollen den Biolandbau fördern und die «industrielle Massentierhaltung in den nächsten 20 Jahren beenden». Weiter setzen sich die Grünen für ein Aus des Unkrautvernichters Glyphosat sowie eine Verringerung der Gülle-Düngung auf den Feldern ein. Die CSU warnt vor zu starken Eingriffen zulasten der Landwirte. «Wir wollen keinen Feldzug gegen unsere Landwirte», macht CSU-Chef Horst Seehofer deutlich. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verbürgte sich beim Bauerntag für Glyphosat. Die deutschen Bauern brauchen gemäss Agrarminister Christian Schmidt (CSU) für mehr Tierwohl auch mehr Geld.«Es gibt keine Kuh, die im Himmel gefüttert und auf Erden gemolken wird», sagte er am Mittwochmorgen kurz vor der Fortsetzung der Sondierungsgespräche für eine Jamaika-Koalition.

Die Konsumentenorganisation Foodwatch fordert ein Herauslösen der Zuständigkeiten für Konsumentenschutz aus dem Agrarministerium. «Die Interessenkonflikte in einem Ministerium, das gleichzeitig sowohl für die Lebensmittel- und Landwirtschaft als auch für Verbraucherschutz zuständig ist, sind unüberwindbar», sagte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker. Der gesundheitliche Verbraucherschutz müsse von Lobby-Zugriffen befreit werden.

Rücker fordert in der «Bild»-Zeitung, Obst und Gemüse von der Mehrwertsteuer zu befreien. «Es ist höchste Zeit, mit steuerpolitischen Massnahmen eine gesunde Ernährung zu erleichtern», so Rücker.

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