10.07.2017 06:04
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Russland
Klimawandel schwächt Agrarsektor
Russland befürchtet durch den Klimawandel eine Beeinträchtigung seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, auch gerade im Hinblick auf den Agrarsektor.

Auf der Konferenz „Klimawandel, Landwirtschaft und Ernährungssicherheit“, die die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) vergangene Woche für sechs Tage in Rom ausrichtete, beklagte Russlands Landwirtschaftsminister Alexander Tkatschew eine im internationalen Vergleich besonders starke Erwärmung in seinem Land in den zurückliegenden Jahrzehnten.

Die Rate der Erwärmung sei zweieinhalb Mal höher gewesen als im globalen Durchschnitt. Angesichts der Klimaveränderungen erwartet der Minister bis 2030 eine Verringerung des russischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) um jährlich 1 % bis 2 % im Mittel. Das hätten Berechnungen heimischer Forscher ergeben. Der russische Agrarsektor werde infolge des Klimawandels unter häufiger auftretenden Extremwetterereignissen, Bodendegradation und einer zunehmenden Ausbreitung von Schädlingen leiden, erklärte Tkatschew.

Vor diesem Hintergrund würden gezielt Gegenmassnahmen umgesetzt, etwa die Einführung neuer Pflanzenarten und Technologien. Daneben werde das Umweltmonitoring ausgebaut. In der Vergangenheit war der Klimawandel in Russland noch durchaus auch als Chance für die heimische Wirtschaft wahrgenommen worden, etwa weil neue Anbauflächen in Sibirien gewonnen, Schifffahrtswege längere Zeit im Jahr genutzt und Rohstoffvorkommen besser erschlossen werden könnten.

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