20.06.2016 14:51
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Kartellamt untersucht Milchmarkt
Der Milchmarkt in Deutschland ist in Schieflage. Nun will das Kartellamt aufgrund des Preiszerfalls der Milch die Geschäftsbeziehungen zwischen Bauern und Molkereien untersuchen.

Der Preiszerfall bei der Milch ist in ganz Europa dramatisch. Die Bauern können mit gelösten Preisen ihre Ausgaben bei weitem nicht decken. In Deutschland ist der Produzentenpreis eilweise gar unter 20 Cent pro Kilo (22 Rp.) gesunken. Weit über die Hälfte der Betriebe ist gefährdet.  Um ihre Kosten decken zu können, benötigen die Bauern mindestens 40 Cent. Die Politik hat millionenschwere Hilfspakete angekündigt.

Grundsätzlich gebe es auf dem Markt derzeit vor allem Probleme wegen einer Überproduktion, sagte Kartellamtschef Andreas Mundt am Montag gegenüber dem „Tagesspiegel“.  Die Bauern seien aber verpflichtet, die Milch zu 100 Prozent einer Molkerei abzuliefern, die die Milch auch abnehmen müsse.

„Das erschwert eine Anpassung der Menge an die Nachfrage. Das schauen wir uns jetzt genauer an“, so Mundt. Zudem seien die Verträge mit langen Kündigungsfristen gekoppelt. Die Bauern hätten so nicht die Möglichkeit, in andere Kanäle zu liefern.

„Was der Landwirt für seine Milch bekommt, ergibt sich erst nachträglich nach Berücksichtigung der Einnahmen und Ausgaben der Molkereien“, hält Mundt fest. Am Ende trage das Risiko der Landwirt.

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