27.07.2015 16:31
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Venezuela
Hersteller müssen Lebensmittel an Staat verkaufen
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Lebensmittelknappheit in Venezuela hat die dortige Staatsregierung jetzt die heimischen Produzenten von Grundnahrungsmitteln dazu verpflichtet, ihre Ware an den Staat zu verkaufen. Das hat die Kammer der venezuelanischen Lebensmittelhersteller (Cámara Venezolana de la Industria de Alimentos - CAVIDEA) vergangene Woche mitgeteilt.

Die Hersteller von Milch, Nudelwaren, Reis, Öl, Zucker und Mehl müssten ihre Waren jetzt teilweise vollständig an den Staat absetzen. Dieser biete sie dann der Bevölkerung in seinen eigenen Verkaufseinrichtungen an. CAVIDEA wertete den Beschluss als Fehlentscheidung und warnte vor einer Verstärkung der ohnehin bestehenden Versorgungsengpässe.

Die Zahl staatlicher Lebensmittelläden in Venezuela sei etwa 15 Mal niedriger als die privater, deren Angebot nun verkleinert werde. Folglich verlängerten sich für die Verbraucher sowohl die Einkaufswege hin zu den staatlichen Einrichtungen als auch die Schlangen an den dortigen Supermarktkassen erheblich.

Venezuelas Staatspräsident Nicolás Maduro macht mit dem Beschluss seine bereits länger im Raum stehenden Drohungen  wahr, die Lebensmitteldistribution zu verstaatlichen. Er sieht die Verantwortlichkeit für die seit Jahren anhaltende Unterversorgung bei den Produktionsunternehmen und Zwischenhändlern.

Sie hielten Ware zurück oder verkauften sie zu überhöhten Preisen auf dem Schwarzmarkt. Die Wirtschaft in Venezuela wirft Maduro dagegen vor, das Land in eine Inflation geführt und durch künstlich niedrig gehaltene Verbraucherpreise die Produktionsbranche geschwächt zu haben.

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