26.02.2013 06:40
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa
Lebensmittelskandal
EU-Länder fordern genauere Kennzeichnung von Lebensmitteln
Mehrere EU-Länder pochen auf eine rasche Änderung der EU-Regeln zur Etikettierung von verarbeiteten Lebensmitteln. Die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner forderte, dass das Herkunftsland von Fleisch auf der Packung steht.

Bisher gibt es solche Regeln nur für frisches Rindfleisch, für andere Fleischarten sind sie geplant. «Für mich ist klar, dass die Kennzeichnung für alle Fleischarten gelten und das Land der Aufzucht auf der Verpackung stehen muss», teilte Aigner beim Treffen der EU-Landwirtschaftsminister am Montag in Brüssel mit.

Zurückhaltung bei EU-Konsumentenkommissar

Bei EU-Konsumentenkommissar Tonio Borg stiess Aigner damit auf Zurückhaltung. Am Skandal um die Umdeklarierung von Pferdefleisch zu Rind hätte auch eine genauere Ausweisung nichts geändert, sagte er: «Dieser Vorfall wäre dennoch passiert.» Bewusste Fehlinformation über die Fleischart sei nicht zu verwechseln mit der Nennung des Herkunftslandes.

Neben Deutschland seien auch Frankreich, Rumänien und Italien für eine klarere Kennzeichnung, hatte der französische Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll erklärt. Borg versprach: «Ich stehe dieser Sache offen gegenüber und werde auf den Bericht warten.» Eine Analyse der EU-Kommission zur Herkunftskennzeichnung werde er im Herbst vorlegen, versprach Borg.

Reisepass für Lebensmittel

Le Folls österreichischer Amtskollege Niki Berlakovich schlug einen «europäischen Reisepass für Lebensmittel» vor, um Lebensmittel auszuweisen. «Wenn man sieht, dass heute Fleisch durch halb Europa reist, um in einem Lebensmittel wieder anzukommen, da haben die Konsumenten ein Recht darauf zu wissen, woher das Fleisch kommt.»

Betrug wie beim Pferdefleisch könne immer wieder vorkommen, sagte der irische Landwirtschaftsminister Simon Coveney. Europa müsse das Ergebnis der laufenden DNA-Tests abwarten sowie die Fahndung nach dem Medikament Phenylbutazon in Pferdefleisch. Dann müssten die Staaten gemeinsam über weitere Regeln nachdenken.

«Es ist frustrierend, fast jeden Tag neue Geschichten veröffentlicht zu sehen», beklagte er. Irland führt derzeit den Vorsitz im Kreis der EU-Staaten und ist damit Organisator bei Treffen der nationalen Minister.

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