19.09.2016 07:08
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
USA
Erhöht US-Notenbank den Leitzins?
Wenn die US-Notenbank an der Zinsschraube dreht, ist die ganze Welt betroffen. Entsprechend gross ist die Spannung vor den entscheidenden Sitzungen. Grosse Sprünge erwartet aber am Mittwoch kaum jemand.

Erhöht sie, oder erhöht sie nicht? Die US-Notenbank Federal Reserve steht an diesem Mittwoch vor ihrer nächsten Zinsentscheidung. Zuletzt hatte die Fed im Dezember vergangenen Jahres leicht an der Zinsschreibe gedreht. Vorausgegangen waren sieben Jahre eines Leitzinses praktisch auf Nullniveau. Derzeit liegt er zwischen 0,25 und 0,5 Prozent.

Mögliche Änderung im Dezember

Die meisten Ökonomen gehen davon aus, dass die US-Notenbank erst im Dezember erneut an der Zinsschraube dreht. Zwar hatte die Fed-Vorsitzende Janet Yellen noch Ende August beim Notenbanker-Treffen in Jackson Hole gesagt, die Voraussetzungen für eine Zinserhöhung würden stärker. Doch sie sagte auch, dies werde ohne Eile geschehen.

Sollte die Fed auch im September nicht handeln, wäre dies die sechste Sitzung ihres Offenmarktausschusses in Folge ohne Zinsschritt. Auch im November - kurz nach der Präsidentschaftswahl in den USA am 8. November - dürfte kaum eine Zinsentscheidung fallen.

Geplant waren bis zu 4 Anhebungen

Yellen hatte im vergangenen Jahr durchblicken lassen, sie wolle im Jahr 2016 den Leitzins bis zu vier Mal leicht anheben. Perspektivisch will man wieder auf ein Niveau in der Nähe des langjährigen Mittels kommen. Ziel sei es, eine anspringende Inflation mit rechtzeitigem Drosseln des Geldflusses mit Hilfe von Zinserhöhungen im Zaum zu halten.

Diesen Kurs musste die US-Notenbank jedoch wieder verlassen. In den vergangenen Monaten hatten entweder die US-Wirtschaftsdaten oder die Lage der Weltwirtschaft eine Zinserhöhung in der grössten Volkswirtschaft der Welt schlicht nicht hergegeben. Die Brexit-Entscheidung in Grossbritannien hatte zusätzliche Turbulenzen durch die Weltwirtschaft gejagt.

Arbeitsmarkt und Inflationsrate

Die Fed richtet sich in ihren Entscheidungen vor allem am Arbeitsmarkt und an der Inflationsrate aus. Der Arbeitsmarkt zeigte sich zuletzt in den USA robust.

Die Augustdaten zeigten aber auch, dass die Quote von unter fünf Prozent vor allem vielen Teilzeitstellen zu verdanken ist. Eine Preissteigerung über höhere Löhne wird somit nicht erreicht. Im Ergebnis dümpelt die Inflation weiter vor sich hin. Der starke Dollar macht zudem den Exporteuren im Land zu schaffen. Der Trend würde durch eine Inflation vermutlich noch angeheizt.

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