2.11.2014 06:10
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Deutsche Milchquote stark überliefert
Die Milcherzeuger in Deutschland haben in der ersten Hälfte des Quotenjahres 2014/15 die zur Verfügung stehenden Garantiemengen so stark überliefert wie niemals zuvor.

Wie eine aktuelle Hochrechnung der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) und der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) für die ersten sechs Monate des Milchwirtschaftsjahres 2014/15 zeigt, fiel der Rohstoffeingang bei den Molkereien von April bis September 2014 mit fast 16,1 Mio t um 3,8 % größer aus als im Vorjahreszeitraum.

Nach Berücksichtigung der Fettkorrektur errechnet sich eine anteilige Überlieferung der für diesen Zeitraum zur Verfügung stehenden Garantiemenge um etwa 721 000 t oder 4,7 %. Im gesamten Milchwirtschaftsjahr 2013/14 war die Quote um 588 000 t oder 1,9 % überliefert worden, was eine Rekordstrafzahlung von 163 Mio Euro an Brüssel zur Folge hatte. Um die Überschreitung der Quote im aktuellen Jahr auf dieses Maß zu begrenzen, müssten die Milchanlieferungen im Zeitraum von November 2014 bis März 2015 um mehr als 4 % unter die Vorjahreslinie sinken. Nach Ansicht von ZMB und AMI erscheint dies allerdings angesichts gefüllter Futterlager und günstiger Kraftfutterpreise unrealistisch, weshalb mit Strafzahlungen an Brüssel in Rekordhöhe zu rechnen ist.

Nach Angaben des Verbandes der Milcherzeuger Bayern (VMB) lässt nicht nur die hohe Milchanlieferung die Superabgabe nach oben schnellen. Zum letzten Handelstermin an der Milchquotenbörse hätten sich im Juli viele unterliefernde Betriebe von ihren freiverfügbaren Mengen getrennt. Deshalb sei die Saldierungsmasse auf Bundes-, wie auch auf Molkereiebene, geschrumpft und das überlieferte Kilogramm werde noch teurer als im Vorjahr werden. Die anteilige Superabgabe könne deshalb 2014/15 weit über einen zweistelligen Cent-Betrag hinausgehen. Erzeugern, die ihre Referenzmengen bereits überzogen hätten, würden deshalb dringend Maßnahmen zur Milchdrosselung angeraten.

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