16.12.2014 09:55
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Mindestentgeld in Landwirtschaft
Der im vergangenen Sommer ausgehandelte Tarifvertrag über ein Mindestentgelt in der Landwirtschaft gilt aller Voraussicht ab dem kommenden Jahr flächendeckend. Nachdem der Tarifausschuss beim Bundesarbeitsministerium Ende November den Antrag der Tarifpartner auf Allgemeinverbindlicherklärung der Vereinbarung gebilligt hat, wird das Bundeskabinett eine entsprechende Verordnung in dieser Woche beschliessen.

Die Landwirtschaft und der Gartenbau sind damit zunächst vom gesetzlichen Mindeststundenlohn in Höhe von 8,50 Euro (10,30 Fr.) ausgenommen. Stattdessen gelten die Stundensätze, auf die sich der Gesamtverband der Deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (GLFA), die Arbeitsgemeinschaft der gärtnerischen Arbeitgeberverbände (AgA) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IGBAU) verständigt haben.

GLFA-Geschäftsführer Burkhard Möller veranschlagt die Kostenentlastung, die durch die schrittweise Heranführung an den Mindestlohn für rund 300'000 Saisonarbeiter auf den Betrieben wirksam wird, auf eine Grössenordnung von insgesamt rund 250 Mio Euro (300 Mio. Fr.). Gleichwohl rechnet Möller damit, dass sich der Mindestlohn in einigen Jahren negativ auf die Produktion auswirken wird.

In welchem Masse dies geschehe,werde davon abhängen, „ob der Lebensmitteleinzelhandel seinen Bekenntnissen zu regionalen Produkten Taten folgen lässt.“ Die Tarifeinigung von GLFA, AgAund IGBAU sieht einen Stufenplan für eine schrittweise Anhebung der unteren Lohngrenze vor.

In der untersten Lohngruppe, in die die Saisonarbeiter fallen, gilt damit ab 1. Januar 2015 ein Bruttostundenlohn in den alten Ländern von 7,40 Euro (9 Fr.) und in Ostdeutschland von 7,20 Euro (8,70 Fr.). Zum 1. Januar 2016 steigt der Betrag im Westen auf 8 Euro und im Osten auf 7,90 Euro.

Ab dem 1. Januar 2017 beträgt der Lohn in West und Ost einheitlich 8,60 Euro (10,40 Fr.). Dieser steigt zum 1. November 2017 auf 9,10 Euro (11 Fr.).

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