26.09.2017 09:23
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Grüne für neue Milchpolitik
Die Forderung nach grundlegenden Änderungen in der Milchpolitik hat der agrarpolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Friedrich Ostendorff, bekräftigt. „Wir brauchen einen besseren ordnungsrechtlichen Rahmen, damit der Markt auch funktioniert“, erklärte Ostendorff anlässlich der Veröffentlichung der Studie „Konsequenzen aus der Milchkrise 2015/16“.

Der Grünen-Politiker forderte vergangene Woche in Berlin. dazu auf, die Verhandlungsposition der Milchbauern auf dem Markt und in der Wertschöpfungskette zu stärken. Die Lieferbedingungen müssten von der Mitgliedschaft in den Genossenschaften entkoppelt und die Vertragsmodelle verbessert werden.

Allerdings dürfe eine Flexibilisierung nicht zu einer Schwächung der Produzenten, einer Gefährdung der Milchablieferung und einer weiteren Konzentration auf dem Milchmarkt führen. Zur Bewältigung künftiger Milchkrisen spricht sich Ostendorff für ein robustes Frühwarnsystem sowie ein indexbasiertes Krisenmanagementprogramm zur Regulierung der Milchmenge bei sinkenden Erzeugerpreisen aus. Eine Stärkung des Exports lehnt der Agrarsprecher ab. Stattdessen gehe es um eine Ausrichtung auf Qualitätserzeugung durch artgerechte Weidehaltung und regionale Wertschöpfung.

Kritik übt Ostendorff an Agrarminister Christian Schmidt, dem er eine konzeptionslose Agrarpolitik vorwirft. Die vom Büro für Agrar- und Regionalentwicklung (BAR) in Kassen und dem Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) in Gleichen erarbeitete Studie setzt sich kritisch mit dem Milchbericht 2017 der Bundesregierung auseinander. Kernpunkte der Studie sind Vorschläge für eine Qualitätsausrichtung als Beitrag zur Krisenvorsorge und Preisstabilisierung, ferner die Neugestaltung der Lieferbeziehungen sowie die Einrichtung einer Branchenorganisation mit dem Ziel einer Stärkung der Milchbauern in der Wertschöpfungskette.

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