22.12.2015 09:38
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Agrareinkommen nirgends so stark gesunken
Deutschland führt im negativen Sinne die Liste von 15 EU-Staaten an, in denen das landwirtschaftliche Realeinkommen je Arbeitskraft in diesem Jahr gesunken ist.

Wie das Statistikamt der Europäischen Union (Eurostat) am Dienstag vergangener Woche auf Grundlage erster Schätzungen mitteilte, verringerte sich das entsprechende Einkommen der deutschen Betriebe gegenüber 2014 im Schnitt um 37,6 % - prozentual so stark wie nirgendwo sonst.

Polnische Landwirte müssen je Arbeitskraft im Mittel Einkommenseinbußen von 23,8 % verkraften, ihre Kollegen in Luxemburg, Großbritannien, Dänemark und Rumänien ein Minus von jeweils rund 20 %. Österreich verzeichnet dagegen eine relativ moderate Abnahme des Einkommens, nämlich um 2,6 %. Besser lief es bei den Betrieben unter anderem in Spanien, Belgien, Italien und Frankreich, wo die Einkommen im Jahresvergleich um 3,8 % bis 8,8 % stiegen.

Das für Frankreich ausgewiesene Plus von fast 9 % wird von der dortigen Agrarbranche jedoch stark angezweifelt. Das mit Abstand höchste Plus, und zwar von 21,5 %, wurde laut Eurostat in Kroatien erzielt. Über die ganze EU hinweg ergab sich jedoch ein durchschnittliches Minus von 4,3 %. Die Statistiker führen als auschlaggebende Gründe für die Misere die Entwicklung auf zentralen Agrarmärkten an. So wurde eine Abnahme des Produktionswerts bei Milcherzeugnissen um 14,9 % und bei Schlachtschweinen um 8,9 % berechnet. Dies habe von den positiven Entwicklungen, beispielsweise bei Rindfleisch, nur teilweise aufgefangen werden können.

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