1.07.2013 15:25
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa/afp
USA
Buschfeuer zerstört halbe Stadt
Eine Tragödie überschattet den Kampf gegen Buschbrände im US-Bundesstaat Arizona: Ein ganzes Team von Feuerwehrleuten ist in den Flammen gestorben. Sie wurden wohl von dem sich blitzartig ausbreitenden Feuer überrascht.

Die 19 Männer seien am Sonntag zur Erstbekämpfung des Feuers ausgerückt, sagte ein Sprecher der örtlichen Forstverwaltung dem Fernsehsender CNN am Montag. «Offensichtlich war ihre Sicherheitszone nicht gross genug und das Feuer überholte sie einfach», sagte der Forstverwaltungsbeamte Art Morrison. Keiner habe überlebt. 

Zufluchtsstätten für Nutztiere

Die Gouverneurin von Arizona, Jan Brewer, sprach vom «schwärzesten Tag» in ihrer Erinnerung und drückte den Toten «ewige Dankbarkeit» aus. US-Präsident Obama nannte den Vorfall eine «furchtbare Tragödie» und würdigte die Getöteten als «hochqualifizierte Profis». Die Regierung leiste bereits Unterstützung und stehe in engem Kontakt mit den Behörden vor Ort. 

Der Buschbrand war am Freitag nahe der Stadt Yarnell 135 Kilometer nordwestlich von Phoenix ausgebrochen und hat Medienberichten zufolge die halbe Stadt zerstört. Yarnell und Teile weiterer Ortschaften wurden am Sonntagnachmittag wegen der sich schnell ausbreitenden Flammen evakuiert. Mehrere Menschen kamen mit leichteren Brandverletzungen und Rauchvergiftung ins Spital. In sicherer Umgebung wurden Zufluchtsstätten für Feuerflüchtlinge und Zonen für Nutztiere eingerichtet.  

Asche im Gesicht 

Viele Einwohner hatten am Sonntagnachmittag plötzlich vor den Flammen fliehen und nahezu alles zurücklassen müssen. «Asche schlug uns ins Gesicht, wir mussten durch die Flammen laufen, um wegzukommen», erzählte ein Paar der «Arizona Republic». Sie seien nur knapp dem Tod entkommen. 

Die Feuerwehrleute wurden geborgen und ihr Tod den Angehörigen offiziell bestätigt, wie die Zeitung «Arizona Republic» online am Montag berichtete. Bei den Getöteten habe es sich um ein «Hotshot»-Team gehandelt, ein Elite-Trupp der Feuerwehr, der als erstes in einen Brand hineingeht und versucht, einen Schutzstreifen und einen Fluchtweg zu schaffen. 

Der Tod der Rettungskräfte schockierte die Angehörigen und Einwohner Yarnells, die sich am Sonntagabend auf einem Schulgelände im Nachbarort Prescott versammelt hatten, um mehr Informationen zu erhalten. «Es gibt nichts da draussen, was es wert gewesen wäre, dass sie ihr Leben geben», sagte eine 61 Jahre alte Einwohnerin von Yarnell, die ihr Haus dem Feuer überlassen musste. 

Blitzschlag als Auslöser 

Nach Feuerwehrangaben legte die Feuerfront rund 800 Meter pro Stunde zurück und hatte bis zum Sonntagabend schon eine Fläche von mehr als 1100 Fussballfeldern verbrannt. Rund 400 Feuerwehrleute seien im Einsatz. Die Behörden nehmen laut CNN an, dass ein Blitzschlag den Brand auslöste. Extreme Trockenheit und Wind förderten seine Ausbreitung. 

Derzeit plagt eine aussergewöhnliche Hitzewelle den Westen der USA. Wetterdienste hatten bereits am Sonntag von Rekordwerten in Arizona und Kalifornien berichtet. In Las Vegas wurden 46 Grad Celsius gemessen, in dem für seine Extremtemperaturen gefürchteten Tal des Todes in Ostkalifornien sogar Berichten zufolge 54 Grad.  

Bei den Rettungsdiensten gingen viele Notrufe ein. Der Flugverkehr in Phoenix war beeinträchtigt. Erst von Mittwoch an sollte es Meteorologen zufolge kühler werden.

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