26.07.2015 08:24
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Milchmarkt
BDM lädt Molkereien zum Krisentreffen
Angesichts der dramatischen Zuspitzung am Milchmarkt will der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) direkt mit den Molkereiunternehmen sprechen.

Unter dem Motto „Kooperation statt Konfrontation“ soll auf einer Konferenz mit geladenen Vertretern der Führungsebene deutscher Molkereien am Dienstagin der Frankfurter Jahrhunderthalle nach effektiven Wegen aus der Milchmarktkrise gesucht werden. „Schon vor einigen Monaten, als sich die aktuelle Milchmarktkrise deutlich abzeichnete, haben wir Bundeslandwirtschaftsminister Christian  Schmidt aufgefordert, zu einem Runden Tisch der gesamten Milchbranche einzuladen, um gemeinsam über eine Ausgestaltung des bestehenden Sicherheitsnetz hin zu einem wirksamen Krisenmanagement zu beraten“ erklärte der BDM-Vorsitzende Romuald  Schaber.

Dieser habe das Ansinnen jedoch stets mit dem Argument abgelehnt, „die Branche müsse das schon selber regeln“. Da von den Verbänden der Molkereiwirtschaft solch eine Initiative nicht zu erwarten sei, werde der BDM jetzt selbst aktiv, betonte Schaber. „Wir setzen mit unserer Einladung ganz bewusst auf Kooperation statt Konfrontation, um zu sehen, inwieweit die Branche überhaupt an kooperativen Lösungen interessiert ist“, so der BDM-Vorsitzende. Auf die Einladung von Vertretern von Verbänden der Molkereiwirtschaft sei zunächst verzichtet worden, um die Diskussion unmittelbar zwischen den Akteuren zu führen, die täglich miteinander zu tun hätten. „Wir wollen die persönliche Sicht der einzelnen Molkereivertreter und ihre Positionen unabhängig von denen des Milchindustrie-Verbandes (MIV) erfahren“, sagte Schaber.

Mit der Teilnahme oder Nichtteilnahme an der Konferenz könnten die Molkereien Farbe bekennen, inwiefern sie bereit seien, die Milchviehhalter als ernstzunehmende Geschäftspartner zu behandeln und ihren Teil dazu beizutragen, dass die Milchmarktkrise schnellstmöglich beendet und so die Verluste für ihre Lieferanten begrenzt werden könnten. Schaber: „Es darf nicht vergessen werden, dass ein Teil der deutschen Molkereien zusammen mit ihren Verbänden mit ihren Positivprognosen nicht unerheblich dazu beigetragen haben, dass diese Milchmarktkrise ein derartiges Ausmaß angenommen hat.“

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