16.01.2017 10:22
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Bauernverband will Abkommen mit den USA
Trotz des wahrscheinlichen Scheiterns der Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und den USA zu einer Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) hält der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Walter Heidl, ein Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten für unabdingbar.

Als „starker Agrarstandort“, der traditionell mehr Milch und Käse erzeuge, als die Menschen dort konsumierten, müsse Bayern ein Interesse am Handel mit hochwertigen Lebensmitteln haben, erklärte Heidl vergangene Woche in München. Nur auf diesem Wege liessen sich möglichst viele Bauernhöfe erhalten.

Heidl fordert neue Verhandlungen

Rund 78% der bayerischen Produkte liessen sich im heimischen Markt absetzen. Von dem Restflössen 80% in den europäischen Binnenmarkt und 20% in Drittstaaten. „Auch dort gibt es kaufkräftige Kunden, zum Beispiel China“, gab der BBV-Präsident zu bedenken. Auch wenn TTIP „auf Eis“ liege, zählten Abkommen zwischen den USA und China oder zwischen den USA und Europa zu den möglichen Szenarien. Nun müsse es seitens der EU neue Verhandlungen geben.

Gleichzeitig bezeichnete es Heidl als oberstes Ziel, die hiesigen Standards zu schützen. Entsprechend habe man im Zuge der TTIP-Verhandlungen auch bereits deutlich gemacht, dass „wir keinen freien Handel wollen“, auch um zu vermeiden, dass US-Produkte wie mit Hormoneinsatz erzeugtes Fleisch auf den deutschen Markt kommen.

Kritik für seinen Vorstoß erntete Heidl vom agrarpolitischen Sprecher der Landtagsfraktion der Freien Wähler (FW), Dr. Leopold Herz. Die Forderungen nach weiteren Gesprächen, ausgerechnet vom BBV-Präsidenten, nannte Herz „gefährlich“. Dadurch gerate unnötigerweise auch das Thema Gentechnik wieder auf die Tagesordnung. Ein gutes Abkommen könne es nur unter gleichberechtigten Partnern geben, wovon man aber „meilenweit entfernt“ sei, so Herz.

Dass TTIP durch die Wahl des künftigen US-Präsidenten Donald Trump totgesagt sei, nannte der Agrarsprecher „ein gutes Zeichen“, da die Freien Wähler durch eine solche Partnerschaft insbesondere für die bäuerliche Landwirtschaft Gefahren befürchteten, ebenso durch das Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit Kanada (CETA) und das internationale Dienstleistungsabkommen TiSA.

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