6.08.2016 08:33
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Deutschland
Bauer Willi hat die Schnauze voll
Willi Kremer-Schillings tritt in den deutschen Medien als "Bauer Willi" auf und liest in den Social Media den Konsumenten die Leviten. Er findet es unverschämt, dass sich die Konsumenten mit vollem Mund über die Lebensmittelpreise und die Tierhaltung beklagen - und von den Bauern immer mehr fordern und dafür immer weniger bezahlen wollen.

Bauer Willi erklärte gegenüber Journalisten warum er sich mit seiner markigen Art für die Belebung und Verbesserung des Dialogs zwischen Bauern und Konsumenten einsetzt.

Es ist überzeugt, dass ein Konsument, der auf billige Lebensmittel setzt und ein Poulet für 2,79 Euro im deutschen Supermarkt kauft, den Mund halten muss, denn "er gibt an der Kasse das Recht ab, sich über Massentierhaltung zu beschweren". Dies würden die Konsumenten laufend vergessen. Sie schreiben der Landwirtschaft dies und das vor, sind aber kaum bereit dafür die entsprechenden Preise zu zahlen. Diese Inkonsequenz, diese Schizophrenie muss, gemäss Willi Kremer-Schillings, thematisiert und den Konsumenten immer wieder in Erinnerung gerufen werden.

Willi Kremer sagt: "Wir erheben keinen Anspruch auf die letzte wissenschaftliche Genauigkeit. Unsere Information soll einfach und klar verständlich sein. Wir äussern nur unsere persönliche Meinung. Die kann emotional, provozierend oder nachdenklich sein. Wir können das recht unbeschwert tun, weil wir niemandem verpflichtet sind." Die Familie Kremer führt einen Bauernhof in der Gegend von Köln seit mehreren Generationen. Auf dem Hof werden Zuckerrüben, Weizen, Gerste und Raps angebaut. Bauer Willi arbeitet neben dem Hof immer auch in andern Tätigkeiten. Bald wird Willi Kremer pensioniert und sein Sohn wird den Hof weiterführen.

Eines Abends hatte Bauer Willi die Schnauze voll von den tiefen Preisen und dem ewigen Gemecker der Konsumenten, griff in die Tasten und sein Blog wurde landesweit bekannt. Für ihn ist sehr einfach via Online-Blog und Facebook mit den Konsumenten in Kontakt zu treten. Da hat er laufend Rückmeldungen. Vor allem emotionale Geschichten verbreiten sich wie ein Lauffeuer. Trotz dem zahlenmässigen Erfolg durch seine Kampagnen ist Willi Kremer nicht überzeugt, dass er dadurch das Verhalten der Konsumenten tatsächlich verändern kann. Dennoch will er dran bleiben, wie er gegenüber internationalen Agrarjournalisten am IFAJ-Kongress in Köln sagte.

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