30.05.2017 07:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
EU
An lockerer Geldpolitik festhalten
EZB-Präsident Mario Draghi sieht weiterhin die Notwendigkeit einer lockeren Geldpolitik im Euroraum. «Wir bleiben fest davon überzeugt, dass ein aussergewöhnliches Mass an geldpolitischer Unterstützung, einschliesslich unserer »Forward Guidance«, immer noch nötig ist», sagte der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) am Montag in Brüssel vor Vertretern des Europaparlaments.

Mit der «Forward Guidance» ist eine geldpolitische Steuerung über Ankündigungen zur künftigen Geldpolitik gemeint. Zuletzt wurde seitens der EZB immer wieder betont, dass die Leitzinsen noch weit über das bis mindestens zum Jahresende geplante Anleihekaufprogramm hinaus auf dem derzeitigen oder auf einem niedrigeren Niveau verbleiben werden. Einige Experten erwarten, dass die EZB bald etwas an dieser Formulierung ändern könnte.

Der Inflationsdruck bleibe gedämpft, und die Lohnentwicklung sei unzureichend, sagte Draghi. Die Wachstumsrisiken hätten aber zuletzt weiter abgenommen, und der Aufschwung werde zunehmend über verschiedene Wirtschaftszweige und Euro-Länder hinweg solide bleiben. Bei der kommenden Notenbanksitzung Mitte Juni würden neue Prognosen zum Wachstum und zur Inflation weitere Hinweise geben, sagte Draghi.

Der EZB-Rat kommt am 8. Juni in Tallinn zu seiner nächsten Zinssitzung zusammen. Der EZB-Präsident wies darauf hin, dass der Rat bei seinem Treffen neue Konjunktur- und Inflationsprognosen vorliegen werden. Die Notenbank werde dann in der Lage sein, ihr Urteil zu den Gefahren für die Inflations- und Konjunkturentwicklung zu fällen.

Einige Experten halten es für möglich, dass die EZB im Juni vorsichtig die Weichen in Richtung einer späteren Eindämmung der Geldschwemme stellt und etwa Hinweise auf eine nötigenfalls noch expansivere Geldpolitik aus ihrem Ausblick streicht, schreibt N-TV. Die EZB will noch bis mindestens Ende Dezember Wertpapiere im Umfang von 60 Milliarden Euro pro Monat erwerben, um damit die Wirtschaft anzukurbeln und die Inflation nach oben zu hieven. Zinsen auf dem Rekordtief von null Prozent sollen für günstige Finanzierungsbedingungen sorgen.

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