3.03.2014 07:45
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
A: Neuer Präsident für Landwirtschaftskammer
Der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Gerhard Wlodkowski, hat am vergangenen Donnerstag nach Jahrzehnten politischer Verantwortung in der bäuerlichen Interessenvertretung sein Spitzenamt abgegeben. Sein Nachfolger ist Hermann Schultes, Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, der einstimmig gewählt wurde.

Wlodkowski war zwischen 1991 und 1993 Vizepräsident und von 1993 bis Dezember 2013 Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark. Auf Bundesebene wurde er 1993 in der Landwirtschaftskammer Österreich zum Vizepräsidenten gewählt und trat im Mai 2007 er in die Fussstapfen von Rudolf Schwarzböck als Kammerpräsident.

Wlodkowski: Wegbereiter der EU-Agrarreform

Zudem war Wlodkowski von November 2004 bis Dezember 2013 als Obmann des steirischen Bauernbundes tätig, darüber hinaus von 1995 bis 2007 als Verwaltungsratsvorsitzender der Agrarmarkt Austria (AMA). Auf EU-Ebene vertrat er die österreichischen Positionen
im Präsidium der EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA).

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter überreichte Wlodkowski im Rahmen eines Festakts das „Grosse Silberne Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich“. Der Minister nannte den scheidenden Kammerpräsidenten einen massgeblichen Wegbereiter der EU-Agrarreform, der auch in Österreich die Agrarpolitik positiv mitgeprägt und viel für die Bauern erreicht habe. Dank für seine Tätigkeit erhielt Wlodkowski auch vom Präsidenten des Österreichischen Bauernbundes, Jakob Auer, der ihm ebenfalls grosse Verdienste für die österreichische Landwirtschaft bescheinigte.

Schultes: Erfahrung und Expertise

Rupprechter sieht in Schultes den richtigen Mann an der Spitze der Landwirtschaftskammer Österreich. Dieser verfüge über aussergewöhnliche Erfahrung und Expertise und stehe für eine nachhaltig produzierende Landwirtschaft. Zudem betone der neue Präsident die ökosoziale Grundeinstellung der Landwirtschaftskammer und setze sich dafür ein, den Lebensraum zu sichern.

Nach Auers Worten übernimmt mit Schultes ein ausgewiesener Agrarexperte, erfahrener Parlamentarier und gut vernetzter Verhandler den Chefsessel in der Kammer. Seit vielen Jahren zeichne sich Schultes am Parkett der Agrarpolitik als prinzipienfester Vertreter bäuerlicher wie ländlicher Interessen aus. Als Fachexperte für Agrar, Umwelt und Ökoenergie sei er daher die Idealbesetzung.

Landwirte brauchen Unterstützung

„Unser Ziel ist es zu erreichen, dass die Landwirtschaft und hier vor allem die bäuerliche Jugend jenen Respekt und jene Wertschätzung erfährt, die ihre tägliche schwere Arbeit verdient“, erklärte Schultes zu seinem Amtsantritt. Die Bauern seien die Einzigen, „die in höchster Verantwortung den Tisch decken“. Daher müsse es im Interesse aller sein, dass eine starke und lebendige Landwirtschaft weiterhin ein Motor des ländlichen Raumes bleiben könne.

Schultes hob hervor, dass die Politik die Landwirte unterstützen müsse, mit einer professionellen und praxisorientierten Ausbildung, einer neuen umfassenderen Art der Absicherung vor den Folgen des Klimawandels und mit politischen Rahmenbedingungen, die die Wettbewerbsfähigkeit stärkten. Die Grundlagen dafür seien bereits imArbeitsübereinkommen der neuen Wiener Regierung festgelegt und würden andererseits durch die reformierte EU-Agrarpolitik geregelt, deren Kernstück, die ländliche Entwicklung, derzeit inhaltlich ausgestaltet werde.

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