28.01.2014 19:12
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Fleisch
TV-Sponsoring von Proviande sorgt für rote Köpfe
Die Branchenorganisation sponsert seit Kurzem die Satiresendung «Giacobbo/Müller». Vegetarier und Tierschützer sind verärgert.

Mike Müller und Viktor Giacobbo sorgen am Sonntagabend zu später Stunde auf SRF 1 für Lacher. Seit rund zwei Jahren hat die TV-Sendung keinen Sponsor mehr. In Proviande, der Branchenorganisation der Fleischwirtschaft, hat sie nun einen neuen gefunden.

Vor und nach der Sendung wird der neue Sponsor eingeblendet. Das wurde von den beiden Satirikern in der Sendung auch thematisiert.  Müller brutzelte während der Show Würste. Und Giacobbo nahm die Proviande zu Beginn der Sendung aufs Korn: «Unser Sponsor hat uns zwei Tierfreunde gewählt. Der wusste, dass wir ihm sagen werden: Nur noch Mutterkuhhaltung, allen Kühen die Hörner lassen, die Kälbli nicht mehr mit künstlichen Lebensmitteln plagen…» Dies kam Tierschützern und Vegetariern in den falschen Hals.

Das Schweizer Fernsehen wird nun arg kritisiert. «Vor jeder Sendung zum Fleischkonsum aufzurufen, ist zynisch. Fleisch ist kein Vergnügen, Fleisch ist Gewalt», sagt Tobias Sennhauser vom Verein Tier im Fokus (TiF) gegenüber Blick online. Und man könne nicht weiter zusehen, «wie Nutztiere in den Ställen ein monotones Dasein fristen und an der Theke zur Ware degradiert werden». Auch die Vereinigung für Vegetarismus ärgert sich über das Fernsehen. «Es ist problematisch, wenn die Fleischwirtschaft Sponsor wird. Das schafft eine Abhängigkeit beim SRF», argumentieren die Vegetarier.

Das TiF will nun, wie bereits 2013, das Wintergrillfest der Proviande vom 8. Februar in Bern stören.  Die Proviande selbst zeigt sich überzeugt, dass das Sponsoring die Marke «Schweizer Fleisch» stärkt. Die Sendung «Giacobbo/Müller» weise dieselben Eigenschaften wie ihre Marke auf: witzig, schweizerisch und trendy, teilt die Proviande mit

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