4.01.2018 08:04
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Sorgen
Sorgentelefon: Anrufer zwischen 50 und 60
Planung, Zukunft des Hofes, Umstellung auf Bio, Überlastung oder Probleme innerhalb der Familie: Verschiedenste Anlaufstellen beraten Bauern und Bäuerinnen. Zwei davon sind das Bäuerliche Sorgentelefon und das vom Kanton Bern betriebene Inforama.

Die Mehrheit der Anrufer beim Bäuerlichen Sorgentelefon sind zwischen 50 und 60 Jahre alt, Frauen und Männer halten sich in etwa die Waage. Neun Freiwillige sind an zwei Halbtagen pro Woche bereit, anonym Hilfesuchenden zuzuhören und zu beraten. 123 Mal klingelte das Telefon im vergangenen Jahr. Die meisten dieser Anrufe, nämlich 84, wurden an eine oder mehrere Beratungsstellen weitergeleitet. Beraten wird auch per Mail. Das Bäuerliche Sorgentelefon gibt es seit 1997. Es ist als gemeinnütziger Verein organisiert und wird mit Spenden finanziert.

Getragen wird es von der Reformierten Arbeitsgemeinschaft Kirche und Landwirtschaft, der Katholischen Bauernvereinigung, dem Bäuerinnen- und Landfrauenverband und der Vereinigung für die Entwicklung der Landwirtschaft und des ländlichen Raums (AGRIDEA).

Das Inforama des Kantons Bern hat 2016 rund 3200 Beratungsaufträge erhalten. Am gefragtesten waren Themen zu Betriebsplanung und Weiterentwicklung des Betriebs. Danach folgen Rechtsfragen, etwa zu Pachtverträgen, Generationenwechsel, Gutachten - zum Beispiel Bauprojekte und deren Finanzierung, Coaching und Unterstützung bei der Verbesserung von Biodiversität und Landschaftsqualität.

Rund 90 Prozent der Anfragen kommen von Bauernbetrieben im Agrarkanton Bern. Auf Berner Boden befindet sich etwa ein Fünftel der noch rund 52'000 Bauernbetriebe im Land. Die Kantone sind gesetzlich verpflichtet, Beratungsstellen für die Landwirtschaft anzubieten.

Das Inforama berät nicht anonym und verrechnet auch Kosten. Besteht ein hohes öffentliches Interesse an einem Beratungsthema - etwa Leistungen der Landwirtschaft zu Gunsten der Öffentlichkeit - ist der Stundenansatz tiefer als bei Fragen, mit denen Betriebsleiter und -leiterinnen aus rein persönlichen Interessen vorstellig werden.

www.baeuerliches-sorgentelefon.ch; www.inforama.vol.be.ch

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