24.03.2017 08:09
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
SNB
SNB wehrt sich gegen Kritik
Mit den steigenden Devisenreserven gerät auch die Anlagepolitik der Nationalbank in den Fokus. Kritiker befürchten Marktverzerrungen. Mit einem Einblick in ihren Handelsalltag hält die SNB nun dagegen.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Anteil Aktien an den Devisenreserven seit 2005 schrittweise auf 20 Prozent erhöht. Aktuell entspricht der Aktienanteil einem Wert von über 130 Milliarden Franken.

Aktienkurs wenig beeinflussen

Um den Anteil trotz des wachsenden Devisenbergs konstant zu halten, muss die Nationalbank laufend Aktien hinzukaufen. Auch Kursveränderungen und Anpassungen in Aktienindizes zwingen die Währungshüter dazu Titel zu kaufen oder wieder abzustossen. Mit ihren Transaktionen will die SNB die Aktienkurse aber möglichst wenig beeinflussen. Es sollen keine Signale ausgesendet werden, die von den anderen Marktakteuren möglicherweise falsch interpretiert werden könnten.

«Bei der Geldpolitik geht es darum, mit einem dosierten Einsatz von Mitteln am Markt einen möglichst grossen Effekt zu erzielen. Bei der Anlagepolitik lautet die Devise hingegen, den Markt möglichst nicht zu bewegen, auch wenn grosse Volumen investiert werden», sagte dazu am Donnerstag das stellvertretende SNB-Direktoriumsmitglied Dewet Moser, anlässlich eines Geldmarkt-Apéros in Zürich.

Stückelung in Einzeltransaktionen

Dieses Ziel erreicht die SNB durch den Einsatz von Algorithmen, die sicherstellen sollen, dass die Ausführungen marktschonend über die Bühne gehen. «Jede Kauforder in einer Einzelaktie wird so, abhängig vom Nominalwert, der Anzahl Stücke und des Aktienkurses, nochmals in mehrere hundert Transaktionen portioniert, die im Tagesverlauf ausgelöst werden», erklärte Moser.

Bei der SNB entfallen rund 10 Prozent des Devisenbestands auf amerikanische Titel. Doch selbst in jenem Quartal des vergangenes Jahres, in dem die Schweizer Währungshüter am aktivsten waren, betrug der Anteil der SNB-Transaktionen am täglichen Handelsvolumen durchschnittlich weniger als 0,15 Prozent.

Aktivität bei ohnehin hohen Umsätzen

«Die SNB gehört also absolut betrachtet zu den weltweit grössten institutionellen Anlegern, ist aber selbst bei aus unserer Sicht gewichtigen Umschichtungen immer noch ein relativ kleiner Fisch im grossen Ozean des US-Aktienmarktes», sagte Moser.

Zusätzlich versucht die Nationalbank ihren Markteinfluss zu reduzieren, indem sie vor allem dann aktiv ist, wenn die Umsätze ohnehin hoch sind. Als besonders liquid gilt der Markt am späteren Nachmittag, nämlich dann, wenn sich die europäische und die amerikanische Handelssession überschneiden. In einem solchen Umfeld bewegt laut Moser eine einzelne Transaktion den Preis weniger als in einem illiquideren Markt.sda

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