5.02.2016 08:36
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Milch Board warnt vor Molkereiquote
Die MEG Milch Board hat die breite und intensive Diskussion um die Neuausrichtung der Lieferbeziehungen zwischen Milchproduzenten und Molkereien begrüsst. Je mehr Parteien sich allerdings an einer Diskussion beteiligten, desto grösser werde auch die Gefahr, dass die eigentlichen Ziele verschwämmen.

Der erste Vorsitzende der MEG Milch Board, Peter Guhl, wies vergangene Woche darauf hin, dass momentan allein die Milchbauern das Marktrisiko trügen. „Jede Reform muss deshalb vorrangig darauf abzielen, die Position der Milchbauern zu verbessern. Das Milch Board setzt hier konsequent auf die Eckpunkte Markt und Wettbewerb“, betonte Guhl. Es gelte, die Strukturprobleme am Milchmarkt zu beseitigen.

„Das klassische Genossenschaftsmodell mit seiner starren Andienungspflicht verhindert jede Form von Wettbewerb um die Rohmilch. Der schönste Vertragsentwurf ist nichts wert, wenn der Milchbauern nicht frei entscheiden kann, wohin er seine Milch verkaufen möchte“, so der MEG-Vorsitzende. Hochgradig gefährlich sei der Vorschlag, die genossenschaftliche Andienungspflicht beizubehalten, aber im Gegenzug die Abnahmegarantie aufzuweichen.

Wer dies fordere, stürze die Milchproduzenten noch stärker in die Abhängigkeit und öffne der Einführung einer Molkereiquote Tür und Tor, warnte Guhl. Nach seiner Auffassung sollte auch für die vertragsgebundene Milchproduktion die Gesetzmässigkeit der Vertragsfreiheit gelten. Das deutsche Zivilrecht erlaube schliesslich jedermann, Verträge zu schliessen und sowohl hinsichtlich des Vertragspartners als auch des Vertragsgegenstandes frei zu bestimmen. Dies dürfe den Milcherzeugern nicht verwehrt werden, denn sie seien ja „keine Bürger zweiter Klasse“.

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