16.06.2016 10:10
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Geldpolitik
Leitzins bleibt bei -0,75 Prozent
Eine Woche vor dem Entscheid über den Brexit hält sich die SNB ruhig. Die Negativzinsen auf Giroguthaben belässt sie bei bei 0,75 Prozent. Das Zielband für den Referenzzins Dreimonats-Libor bleibt bei minus 1,25 Prozent bis minus 0,25 Prozent.

Obwohl die Schweizerische Nationalbank (SNB) momentan ihre Geldpolitik nicht ändert, signalisierte Präsident Thomas Jordan an einer Telefonkonferenz am Donnerstag doch, dass er den Schweizer Franken gegenüber anderen Währungen, wie beispielsweise dem Euro, nicht zu teuer werden lassen wolle. «Die Nationalbank bleibt bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv», sagte er gegenüber den Medien.

Der Negativzins und die Bereitschaft der Nationalbank, am Devisenmarkt einzugreifen, dienen dazu, Frankeneinlagen weniger attraktiv zu machen und so den Druck auf den Franken zu verringern, heisst es in der Mitteilung der SNB. Dies vor dem Hintergrund, dass die SNB den Franken weiterhin als «deutlich überbewertet» bezeichnet.

Auf das anstehende Votum der Briten zum Brexit am kommenden Donnerstag geht die SNB nicht ein, doch kann sie unabhängig von der vierteljährlichen Lagebeurteilungen am Donnerstag jederzeit reagieren, sollten die Umstände auf den Finanzmärkten dies erforderlich machen.

Nationalbank bestätigt Wachstum von 1,0 bis 1,5 Prozent

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihre Frühjahresprognose bestätigt. Sie rechnet weiterhin mit einem Wachstum des realen Bruttoinlandprodukts (BIP) zwischen 1,0 und 1,5 Prozent in diesem Jahr. In der Schweiz sei das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) im ersten Quartal um 0,4 Prozent gewachsen. Die verfügbaren Indikatoren deuteten auf eine weitere Erholung hin, teilte die Nationalbank am Donnerstag mit.

Die allmähliche Verbesserung des internationalen Umfelds komme auch der Schweiz zugute. Die Belebung der Exporte dürfte sich entsprechend fortsetzen. Dies dürfte die Investitionsneigung der Unternehmen stärken und positive Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt zeigen. So rechnet die SNB in der zweiten Jahreshälfte auch mit einer Stabilisierung der Arbeitslosenquote.

Die Risiken für die Weltwirtschaft würden jedoch erheblich bleiben. Zudem könne es im Zusammenhang mit der bevorstehenden Abstimmung in Grossbritannien über den weiteren Verbleib in der Europäischen Union vermehrt zu Unsicherheiten und Turbulenzen kommen.

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