7.03.2014 12:51
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Fotovoltaik
Kleine Solar-Anlagen: Einmalvergütung ab April
Ab dem 1. April gelten neue Regeln für die Förderung kleiner Photovoltaik-Anlagen und die Rückerstattung von Geldern an Unternehmen, die viel Strom benötigen. Der Bundesrat hat am Freitag Änderungen der Energieverordnung gutgeheissen und auf dieses Datum in Kraft gesetzt.

Das Parlament hatte im letzten Sommer Änderungen bei der Förderung erneuerbarer Energien beschlossen. Die neuen gesetzlichen Grundlagen sehen vor, dass Betreiber von kleinen Photovoltaik-Anlagen anstelle der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) neu einen einmaligen Beitrag an die Investitionen erhalten.

Weiter können Unternehmen, die viel Strom verbrauchen, bezahlte Zuschläge zurückfordern, wenn sie im Gegenzug ihre Energieeffizienz verbessern. Mit der am Freitag verabschiedeten Verordnung werden nun die Einzelheiten und der Vollzug geregelt.

Rückerstattung bei hohen Elektrizitätskosten

Stromintensive Unternehmen mit Elektrizitätskosten von mindestens 10 Prozent ihrer Bruttowertschöpfung können sich künftig den bezahlten Netzzuschlag vollumfänglich zurückerstatten lassen. Bei Elektrizitätskosten zwischen 5 und 10 Prozent der Bruttowertschöpfung wird der bezahlte Netzzuschlag teilweise zurückerstattet.

Die Rückerstattung muss per Gesuch beantragt werden. Bedingungen sind, dass der Rückerstattungsbetrag mindestens 20'000 Franken beträgt und sich das Unternehmen in einer Zielvereinbarung mit dem Bund zur Steigerung der Energieeffizienz verpflichtet.
Darüber hinaus muss das Unternehmen mindestens 20 Prozent des Rückerstattungsbetrags innert drei Jahren in Energieeffizienzmassnahmen investieren, die über die «als wirtschaftlich beurteilten» Massnahmen hinausgehen, wie das BFE in einer Mitteilung vom Freitag schreibt.

Einmalvergütung statt Warteliste

Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von weniger als 10 Kilowatt werden künftig mit einmaligen Vergütungen gefördert. Diese betragen höchstens 30 Prozent der Investitionskosten einer Referenzanlage. Zwischen KEV und Einmalvergütung wählen können Betreiber von neuen Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung zwischen 10 und 30 Kilowattstunden.

Für Anlagen mit Einmalvergütung gibt es keine Kontingente. Es wird also keine Warteliste geben. Dies im Gegensatz zur KEV, wo die Wartezeit mehrere Jahre betragen kann. Von der Einmalvergütung profitieren können neue Anlagen, die nach dem 1. Januar 2013 in Betrieb gegangen sind. Betreiber älterer Anlagen können die Einmalvergütung nur beantragen, wenn ihre Anlage bis Ende 2012 auf der KEV-Warteliste eingetragen war.

Die Vergütungen für Anlagen, die nach dem 1. Januar 2013 in Betrieb genommen wurden, liegen zwischen 850 und 1200 Franken pro Kilowatt Spitzenleistung. Dazu kommt ein Grundbeitrag pro Anlage von 1400 bis 2000 Franken. Keinen Anspruch auf eine Einmalvergütung haben Betreiber von Anlagen mit einer Spitzenleistung von weniger als 2 Kilowatt. Auf der Warteliste befänden sich über 10'000 Projekte, die von der Einmalvergütung profitieren könnten, schreibt das BFE.

Recht auf Eigenverbrauch

Neu haben ferner alle Stromproduzenten das explizite Recht, die selbst produzierte Energie am Ort der Produktion ganz oder teilweise selbst zu verbrauchen. In der Energieverordnung werden die Abrechnungsmodalitäten festgelegt. Eigenverbrauch liegt auch dann vor, wenn der Strom am Produktionsort nicht vom Produzenten, sondern von Dritten verbraucht wird, zum Beispiel von Mietern. Das BFE wird in den nächsten Wochen eine Richtlinie dazu publizieren.

Das Ziel der Gesetzesänderungen war es, die Warteliste von Projekten zu verkleinern, die auf Fördergelder aus der Kostendeckenden Einspeisevergütung warten. Stromkonsumenten bezahlen seit 2009 einen Netzzuschlag zur Förderung von Strom aus erneuerbaren Energien mittels KEV. Per 2015 wird dieser erhöht. Die Höhe will der Bundesrat im Sommer festlegen, wie das BFE schreibt.

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