26.01.2014 10:21
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
USA
Immer weniger US-Rindfleisch
Die extreme Kältewelle in den USA hat Anfang Januar den Rindfleischmarkt in weiten Teilen des Landes zum Erliegen gebracht und kurzfristig für einen deutlichen Rückgang der Schlachtungen gesorgt. Nach Einschätzung des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) müssen sich die Marktbeteiligten aber auch im weiteren Jahresverlauf darauf einstellen, dass weniger Rindfleisch verfügbar sein wird.

In ihrer aktuellen Prognose für 2014 gehen die Washingtoner Experten davon aus, dass die Produktion im Vergleich zum Vorjahr um 634'000 t oder 5,4% auf 11,04 Mio. t sinken wird. Das wäre der geringste Rindfleischanfall aus heimischer Produktion seit 20 Jahren.

Verantwortlich dafür machen die Analysten die hohe Zahl von Kuhschlachtungen im Verhältnis zum Gesamtbestand. Diese Quote lag in den vergangenen fünf Jahren teilweise deutlich über der Marke von 15%, was einen Bestandsaufbau verhinderte. Die US-Rinderherde wird deshalb nach Einschätzung des USDA auch 2014 schrumpfen und die Produktion weiter zurückgehen. Aufgrund des eher knapp verfügbaren Rindfleischangebots in den klassischen Lieferländern der USA kann die entstehende Lücke nicht durch höhere Importe gefüllt werden.

Das US-Ministerium erwartet lediglich einen Anstieg um 14'000 t auf 1,04 Mio. t. Deutlicher werden die Auswirklungen des Produktionsrückgangs dagegen bei den Rindfleischexporten sein: Diese sollen im laufenden Jahr mangels Masse im Vergleich zu 2013 um 90 000 t oder fast 8% auf 1,06 Mio. t fallen. Das knappere Angebot wird sich laut Washingtoner Agrarressort auch in einem rückläufigen Verbrauch bemerkbar machen.

Bei den US-Bürgern könnten bis zu 1,3 kg weniger Rindfleisch auf dem Teller landen als 2013, der Verbrauch je Kopf damit um gut 5% auf 24,3 kg sinken. Dazu beitragen dürften auch die weiter steigenden Preise am Rindfleischmarkt. Das USDA rechnet aufgrund des abnehmenden Schlachtrinderangebots mit einem Anstieg der Produzentenpreise zwischen 2,5% und 9,5 %, nachdem es mit den Notierungen für Stiere aller Klassen bereits 2012 und 2013 um 7,1 % beziehungsweise 2,5 % nach oben gegangen war.

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