28.09.2013 15:53
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Historisch kleine Kartoffelernte in Deutschland
Trotz leicht gestiegener Anbaufläche wird die deutsche Kartoffelernte 2013 stark unterdurchschnittlich ausfallen. Dies teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium am vergangenem Donnerstag mit.

Demnach wird die bundesdeutsche Rodemenge in dieser Saison nur bei gut 9,2 Mio. t liegen. Das sind 13,4% weniger als 2012. Der mehrjährige Durchschnitt wird sogar um 17,7% verfehlt. Weniger Kartoffeln holten die Produzenten seit der Wiedervereinigung nicht mehr vom Acker. Verantwortlich für das schlechte Ernteergebnis war laut Sachverständigenausschuss zunächst die kühle und nasse Witterung, die regional die Legearbeiten um bis zu vier Wochen verzögerte.

Die Hitzeperiode im Juli sorgte dann für eine zu starke Erwärmung der Kartoffeldämme, die teilweise aufbrachen, so dass junge Knollen in der Sonne verbrannten. Die Hektarerträge fielen deshalb landesweit mit rund 383 dt im Schnitt um 14,4% kleiner als im Vorjahr aus. Der Mehrjahresdurchschnitt des Zeitraums von 2007 bis 2012 von 434,5 dt wurde um 11,8% unterschritten. Alle Länder verzeichneten dabei niedrigere Hektarerträge. Die stärksten Einbussen gegenüber 2012 hatten Bayern und Sachsen hinzunehmen.

Erstmals seit Jahren wurde den Sachverständigen zufolge die Kartoffelanbaufläche in Deutschland wieder erweitert, und zwar gegenüber dem Vorjahr um 1,2% auf 241'200 ha. Dabei lag der Anteil der Speisekartoffelfläche 2013 fast unverändert bei rund 40%. Im Vergleich zum Durchschnittsareal der Jahre 2007 bis 2012 ergab sich jedoch im Bundesgebiet insgesamt ein Flächenminus von 6,6%. Lediglich in Nordrhein-Westfalen stieg im langjährigen Vergleich die Anbaufläche an, und zwar um 2,2%. Niedersachsen war mit 101'500 ha weiterhin das Land mit dem grössten Anbauareal, gefolgt von Bayern mit 43'700 ha und Nordrhein-Westfalen mit 31'200 ha.

Die meisten Kartoffeln wurden in dieser Saison in Niedersachsen mit 4,19 Mio. t (-12,7%) gerodet. Dahinter folgte mit einem Produktionsanstieg um 7% auf 1,42 Mio. t Nordrhein-Westfalen, das Bayern aufgrund des dortigen Ernterückgangs um mehr als 27% auf 1,35 Mio. t von Platz zwei verdrängte.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE