1.05.2013 09:05
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Neonikotinoide
Empörte Agrochemie, glückliche Imker
Das Neonikotidverbot spaltet die Meinungen. Während die Chemiekonzerne Kritik üben, freuen sich die Imker.

Die Reaktionen auf das Neonikotinoidverbot in der EU und in der Schweiz fielen unterschiedlich aus. Der Schweizerische Bauernverband (SBV) bedauert in einer Stellungnahme den Entscheid der EU-Kommission, drei Wirkstoffe der Gruppe der Neonikotinoide mit einem Moratorium zu belegen: «Dieser Entscheid ist weitgehend politisch motiviert.»

SBV, Syngenta und Scienceindustries Schweiz unzufrieden

Vom Bundesrat sei es unverständlich und voreilig, den EU-Entscheid sofort nachzuvollziehen. «Damit wird das bisherige Zulassungsverfahren grundsätzlich infrage gestellt», so der SBV. Er fordert nun vom Bundesrat, dass er die Forschung in diesem Bereich vorantreibt, damit weitere Entscheide auf eine wissenschaftliche Basis gestellt werden können. Zudem müsse den spezifischen Rahmenbedingungen in der Schweiz Rechnung getragen werden.

Syngenta kritisiert laut SDA, dass  die EU-Kommission eine Fülle von Erkenntnissen ignoriert, nach denen die Neonikotinoide nicht gefährlich für Bienen sind. Die EU-Kommission hätte besser gegen die eigentlichen Ursachen des Bienensterbens vorgehen sollen.
Dass die Schweiz mit der EU-Kommission am gleichen Strick zieht, ist für Syngenta, aber auch den Wirtschaftsverband  Scienceindustries überraschend und empörend zugleich, zumal das Bundesamt für Landwirtschaft ein allfälliges EU-Verbot schon im  Herbst 2013 vollziehen wolle, obschon die EU dies erst auf den 1. Dezember 2013 plant. Für ein Verbot fehlen laut Scienceindustries gegenwärtig die wissenschaftlichen Grundlagen.

Auch Bayer äusserte sich enttäuscht. Der Entschluss sei unverhältnismässig, Bayer sei von der Sicherheit der Wirkstoffe für Bienen nach wie vor überzeugt, wenn sie vorschriftsmässig eingesetzt würden. 

Zufriedene Greenpeace und Imker

Greenpeace sieht dagegen in den Pflanzenschutzmitteln eine  Hauptursache für das Schwinden der Bienenvölker. «Der abstruse  Versuch der Chemieindustrie, die Gefährlichkeit der Gifte wegzureden, ist zum Glück misslungen», schreibt die Umweltschutzorganisation in einer Mitteilung.

Auch der Verband deutschschweizerischer und rätoromanischer Bienenzüchter (VDRB) begrüsst das Verbot. Wie Präsident Richard Wyss gegenüber der Tagesschau von SRF sagte, hoffen die Imker, dass eine neue Generation von Pflanzenschutzmitteln bienenfreundlicher wird und dass bei künftigen Zulassungen die alten Fehler nicht wiederholt werden.

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